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XXXVI.

Full text: Unser Haus / Hollaender, Felix (Public Domain)

323 — 
sind, sollen die Zuschauer das Spiel nicht so tragisch 
nehmen. Mit einem Worte: man soll den Fall nicht 
aufbauschen, sintemalen er so gemein und alltaͤglich 
ist, und das gleiche Los schon in der naͤchsten Stunde 
den Nachbar treffen kann. Das einzig Vernuͤnftige 
ist: ein vergnuͤgter Leichenschmaus, bei dem die 
Glaͤser klingen — und man auf das Andenken des 
Toten frroͤhlich trinkt, weil er das irdische Teil 
—— 
philosophieren, denn ich merke, daß es dich nicht hei⸗ 
terer stimmt. Koche einen guten, starken Kaffee 
und laß uns vespern — mir ist ganz vesperig zu 
Mute.“ 
Das ließ sich meine Mutter nicht zweimal sagen 
— und eine Viertelstunde spaͤter dampfte der Mokka 
in den Tassen, und mein Vater hatte seine Hand auf 
die der Mutter gelegt — und streichelte sie sanft. 
Denn in diesen letzten Wochen seines irdischen 
Daseins hatte der strenge, wortkarge Mann das 
Beduͤrfnis, der besten und treuesten Lebensgefaͤhrtin 
auch durch aͤußere Liebeszeichen und gute Worte sein 
Gefuͤhl kund zu tun. 
Meiner Mutter Bangigkeit und stille Ruͤhrung 
vermoͤgen Worte nicht auszudruͤcken.. 
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