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XXXVI.

Full text: Unser Haus / Hollaender, Felix (Public Domain)

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— 
Er warf die Figuren durcheinander und fuhr mit 
der Rechten uͤber seinen Scheitel, als wollte er sich 
die gefurchte Stirn gleichsam glaͤtten. Dann trat 
er an das Fenster und blickte auf die Straße und 
das Getuͤmmel der Menschen, die geschaͤftig wie die 
Bienen an einander vorbei schwaͤrmten. 
„Ist das ein Getriebe,“ meinte er und laͤchelte. 
„Man draͤngt und stoͤßt sich, und einer goͤnnt kaum 
dem anderen das bischen Raum, das er notwendig 
braucht, um sich vorwaͤrts zu bewegen. Und zu 
welchem Zwecke? ..... Zuletzt kommt der große 
Schnitter und maͤht alles hinweg. Wer weiß im 
Grunde, wozu er gelebt und gelitten hat? Liebste 
Renette, mußte denn dieses ganze Dasein durch⸗ 
gemacht werden? Schließlich ist man ja nichts 
weiter als ein Mechanismus, ein Raͤderwerk, das 
von Kraͤften, die wir nicht kennen, auf die wir keinen 
Einfluß haben, bewegt wird, bis die Raͤder abge— 
nutzt sind und das Werk stillsteht. Und wir reden 
in unserer Vermessen- und Verstiegenheit von einem 
eigenen Willen, von selbstaͤndigen Trieben. Ach, du 
lieber Gott, es ist die uralte Komoͤdie, in die wir 
ohne unser Zutun hineingestellt sind, um die uns auf⸗ 
gezwungene Rolle mit mehr oder weniger Gluͤck zu 
spielen. Und wenn der letzte Vorhang gefallen, und 
der Held oder die Heldin mit dem Tode abgegangen
	        
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