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XXXI.

Full text: Unser Haus / Hollaender, Felix (Public Domain)

XCCXXI. 
Mn der Zeit lud mich mein alter Onkel Isaak ein, 
—J mit ihm die Freuden seines Junggesellenlebens 
zu teilen und ein paar Wochen bei ihm zu leben. Ich 
nahm dankbar an, denn wir beide verstanden uns 
gut. Du erinnerst dich, mein lieber Leser, daß der 
Onkel draußen im Tiergarten wohnte und von 
seinem kleinen Balkon aus uͤber das Gruͤn der 
Baͤume hinwegsehen konnte. Auf diesem Balkon 
nun nahmen mMir in aller Fruͤhe unseren Tee ein. 
Des Onkels Dienerin, eine baͤrbeißige, wortkarge 
Person, stoͤrte uns nicht den Appetit und die 
behagliche Laune. Denn Eier und Butter waren 
frisch, und der Honig mundete uns trefflich. Aber 
vas bedeuteten die leiblichen Genuͤsse im Vergleich 
zu den geistigen Leckerbissen, mit denen der Onkel 
aufzuwarten verstand. 
Sein Geist blieb ewig jung und schmiegsam — 
ein Vergnuͤgen war es, ihm zuzuhoͤren, wenn er uͤber 
Politik, Wissenschaft, oder Kunst sprach. Mit ein 
paar Strichen wußte er einen Charakter zu zeichnen, 
und mit einer liebenswuͤrdigen Bosheit fand er den 
laͤcherlichen Punkt eines jeden Menschenkindes her⸗ 
aus. An mir hing der alte Mann mit einer ruͤhren⸗ 
den Treue — er glaubte an mich — aber die Un—⸗
	        
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