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II.

Volltext: Unser Haus / Hollaender, Felix (Public Domain)

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schuldeten Besitz, den er sich mit Muͤhe und Not 
gerettet hatte, gruͤbelte uͤber seinem Schicksal und 
marterte sich das Hirn, wie er wohl die verfahrene 
Karre aus dem Drecke ziehen koͤnnte. Ich sehe sein 
Gesicht, in welches das Leben tiefe Furchen ge— 
graben hatte, — ich sehe den verschmitzten Zug um 
seine Mundwinkel und den zaͤhen Ausdruck auf 
seinem Antlitz, als koͤnnte er mit seiner Willens— 
kraft das Schicksal niederzwingen. 
Onkel Jakob war es, der die dampfende Kaffee⸗ 
kanne und den mit Buttersemmeln und Kuchen⸗ 
schnitten angehaͤuften Teller uns in Kupee reichen 
ließ, uns taͤtschelnd in die Backen kniff und zwischen 
alledem ein knurrendes, leises Lachen ausstieß. 
„Nun, Benjamin,“ sagte er zu meinem Vater, 
„was machst du fuͤr Dummheiten! Was ist dir in 
die Glieder gefahren, daß du den warmen Ofen 
verlaͤßt und ausgerechnet nach Berlin willst!“ 
Und ohne meines Vaters Antwort abzuwarten, fuhr 
er fort: 
„Man kennt sich doch mit seinem eigenen Fleisch 
und Blut nicht aus. Ich hielt dich immer fuͤr 
einen Sicherheitskommissarius, und nun machst du 
solche Streiche. — Benjamin, Benjamin!“ 
Und wieder lachte er leise in sich hinein. 
Mein Vater mußte den Onkel wohl kennen,
	        
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