Path:
XIX.

Full text: Unser Haus / Hollaender, Felix (Public Domain)

173 
in dieser feierlichen Stunde unseren Dank zum Aus⸗ 
druck zu bringen. Wohl haͤtte die Schwester — die 
Wahrheit duͤrfte nicht unterschlagen werden — ein 
strenges Regiment gefuͤhrt. Und manches liebe Mal 
seien wir rabiat geworden, wenn ihr unerbittlicher 
Ruf in den Hof drang und uns vom Spiele riß. 
Aber dessen wollte ich heute nur leichthin gedenken, 
denn wir liebten diese Schwester mit ihrem großen 
Ernste, ihrem tapferen Sinn und ihrer Strenge, die 
uns wohlgetan, auch wenn sie uns zuweilen 
Schmerzen bereitete. Und dennoch sei die Schwester 
auch uns zu Dank verpflichtet, denn an unserem 
Beispiel habe sie gelernt, wie schwer es sei, Kinder 
zu erziehen. Das wuͤrde ihrem Nachwuchs 
wiederum zugute kommen, sofern Gott — was ich 
von Herzen wuͤnschte — ihr solchen bescherte .... 
Mit der letzten Wendung hatte ich Gluͤck. Sie 
loͤste allgemeine Heiterkeit aus, waͤhrend der Erfolg 
vorher ein wenig zweifelhaft gewesen war. 
Meine Schwester umarmte mich. 
„Du bist ein grauseliger Junge,“ sagte sie, 
„aber du hast Charakter, und du erinnerst dich, daß 
uns der Vater aus seinem Fontane vorgelesen hat: 
Schließlich und endlich kommt alles darauf an, daß 
einer Charakter hat.“
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.