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Mein Vater konnte sich nicht beherrschen. Der
laute Ton meiner Stimme mußte ihn auf das
empfindlichste gereizt haben. Denn er knitterte ploͤtz⸗
lich seine Serviette zusammen und schleuderte sie
mir vom oberen Tafelende aus ins Gesicht. Ungluͤck⸗
licherweise traf ein Zipfel mein rechtes Auge, das
sofort zu traͤnen begann.
Dieses Geschehnis hatte zur Folge, daß der
Vater und ich monatelang kein Wort wechselten.
Er hoͤrte auf, mich bei den Praͤparationen des
Tacitus und Homer zu kontrollieren. — Ich ging
meine eigenen Wege.
Am folgenden Morgen begab ich mich in die
Schule, in der Erwartung, mein Abgangszeugnis
zu erhalten. Ich nahm indessen noch am Unter⸗
richte teil.
Waͤhrend der Homer⸗Lektuͤre tritt der Direktor
in die Klasse. Er schlaͤgt das Tagebuch auf, in dem
meine Karzerstrafe eingetragen ist.
Die gespannten Mienen meiner Mitschuͤler sind
auf sein strenges Antlitz gerichtet. Und nun sagt
er mit einer Stimme, deren guͤtigen Klang ich nie
vergessen werde:
„Ich hoffe, daß es Ihnen gelingen wird, sich
die Zufriedenheit des Herrn Professor Bernhardt
zu erringen — die meinige besitzen Sie.“