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XVII.

Volltext: Unser Haus / Hollaender, Felix (Public Domain)

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Mein Vater konnte sich nicht beherrschen. Der 
laute Ton meiner Stimme mußte ihn auf das 
empfindlichste gereizt haben. Denn er knitterte ploͤtz⸗ 
lich seine Serviette zusammen und schleuderte sie 
mir vom oberen Tafelende aus ins Gesicht. Ungluͤck⸗ 
licherweise traf ein Zipfel mein rechtes Auge, das 
sofort zu traͤnen begann. 
Dieses Geschehnis hatte zur Folge, daß der 
Vater und ich monatelang kein Wort wechselten. 
Er hoͤrte auf, mich bei den Praͤparationen des 
Tacitus und Homer zu kontrollieren. — Ich ging 
meine eigenen Wege. 
Am folgenden Morgen begab ich mich in die 
Schule, in der Erwartung, mein Abgangszeugnis 
zu erhalten. Ich nahm indessen noch am Unter⸗ 
richte teil. 
Waͤhrend der Homer⸗Lektuͤre tritt der Direktor 
in die Klasse. Er schlaͤgt das Tagebuch auf, in dem 
meine Karzerstrafe eingetragen ist. 
Die gespannten Mienen meiner Mitschuͤler sind 
auf sein strenges Antlitz gerichtet. Und nun sagt 
er mit einer Stimme, deren guͤtigen Klang ich nie 
vergessen werde: 
„Ich hoffe, daß es Ihnen gelingen wird, sich 
die Zufriedenheit des Herrn Professor Bernhardt 
zu erringen — die meinige besitzen Sie.“
	        
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