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Zehntes Kapitel

Volltext: Das Kind / Beradt, Martin (Public Domain)

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gewissen Zwischenraum, wie ihn der gesellschaftliche 
Anstand wohl gebot. Dann wurde dies Frau Mel⸗ 
chersen indessen laͤstig, sie sagte verlegen: 
„Ach, es ist wohl einfacher, Sie gehen einige Schritte 
hinterher.“ Die Burschen taten das ja auch. 
Doch fuͤhlte sie sich nicht wohl dabei, als das arme 
Ding so hinter ihr herschritt, und sie war froh, als man 
auf halbem Wege den Burschen ihres Mannes traf. 
„Kruͤger, kommen Sie einmal her!“ befahl sie dem 
Kleinen, der sich stramm richtete und voruͤber wollte. 
„Das ist das neue Maͤdchen. Bringen Sie sie doch 
einmal zuerst in die Wohnung.“ 
Kruͤger sprang ihr bei, und um die gnaͤdige Frau 
durch den Anblick ihrer Ruͤckseiten nicht zu belaͤstigen, 
stiefelten sie beide, der Kleine und Anne, in einem 
beschleunigten Tempo rasch davon. 
Kruͤger machte bald sein Gespraͤch und sprach auf 
sie ein, als wenn er an einem Wettreden teilnahm. 
„Da kriegen Sie stramm zu arbeiten, Fraͤulein,“ teilte 
er mit. „Das heißt, Angst brauchen Sie nicht davor 
zu haben. Denn ich werde Ihnen helfen. Wissen Sie, 
wieviel Meter ich in der Minute laufe? Raten Sie 
einmal. Das glauben Sie wohl nicht? Fuͤnfundzwanzig 
Meter. Eine Masse, was? Passen Sie einmal auf, 
wenn ich die Treppen runterspringe, wie das geht. 
Wenn Sie das Kleinste brauchen, sofort flitz ich 
hinunter. Aber Sie haben wohl doch Angst, weil Sie 
gar nicht reden?“ fragte er munter.
	        
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