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Siebentes Kapitel

Volltext: Das Kind / Beradt, Martin (Public Domain)

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Dann stiegen sie allen hoͤhnischen Gesichtern zunt 
Trotz und den anzuͤglichen Redensarten zuwider aber⸗ 
mals auf das Karussell und fuhren, bis es um sie schwarz 
und dunkel wurde. Die Laternen flammten uͤberall 
auf, und die vielen kleinen muͤden Lichtscheine schufen 
in der schweren Masse von Dunkelheit den Eindruck 
einer unheimlichen Teufelsmesse. Viele Leute waren 
schon heimgestoben, von einem Kreis von Zuschauern 
war nicht mehr zu reden, so viel Loͤcher hatten sich in 
die Menschenrunde eingefressen, als eine unerwartete 
Stoͤrung in diesem monotonen Herumfahren eintrat. 
Sie hatten auch jetzt kaum gesprochen, der junge 
Bursche hatte nur immer auf sie gestarrt und sie das 
Rauschen ihres Bluts behorcht. Da trat ein Bauer 
auf das Karussell zu, und als er, die Hand vor den 
Augen, seinen Sohn erkannte, der mit dem verrufenen 
Weibsbild voruͤberfuhr, verlangte er von ihm und 
schrie es ihm zu, daß er im Augenblick herunterkomme. 
Man sah den Burschen sich furchtsam kruͤmmen, aber 
dann, wohl auf eine geheime Verstaͤndigung hin, zuerst 
die Frau mit dem roten Tuch, sodann ihn selbst bei 
voller Fahrt aus dem Karussell herausspringen. Aber 
der Sprung ging nach der anderen Seite, und ehe sich der 
Bauer dessen versah, waren sie zusammen in eine ab⸗ 
seitige Budengasse entwischt. Man war verbluͤfft 
und schrie und lachte, und die jungen Burschen fanden 
es an der Zeit, in ein schmutziges Gejohle auszubrechen. 
Weiter pfiffen die Geschosse in das Holz, drehten sich die
	        
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