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Junkerparadies

Full text: Unterm Brennglas / Glaßbrenner, Adolf (Public Domain)

J 
Der Prophet spricht — 
X 
Aber ich ging hin zu dem, der mich gesendet; ich stand auf dem 
Berge des Kreuzes, nicht ferne von dem Keller der Dusterheit. 
Und Er sprach zu mir: „Komme nicht also zu mir, mein Sohn! 
Dein Glaube und Dein Herz waren rosenrot, durch das vergofssene 
Blut aber hast Du sie färben lassen röter und röter von Tag zu 
Tag. Das Blut wird kommen über die, so es vergossen haben, 
Du aber sollst nicht bleiben in der Farbe der Nichtswürdigen.“ 
Und Er legte seine Hand auf mich, und das böse Blut floß 
von mir und bildete lange Bäche und Ströme, und über diese bluti— 
gen Bäche und Ströme hinüber sahe ich in die Welt der Zukunft 
und alles war rosenrot. 
Und Er sprach: „Es ist nimmer etwas Großes geboren, denn 
mit Schmerzen. Die da dulden ohne heiligen Zorn und Tat, von 
denen weiß ich nichts; die aber leiden für ihre gute starke Tat, die 
find selig, denn der Mensch leidet nur für die Menschen. Und so 
viel fie auch leiden, sie leiden nur eine Sekunde der Ewigkeit.“ 
„Und wenn Du zu Deinem Volke sprichst, so hülle Dich nicht 
in schwarzes Gewand und Deinen Ernst nicht in finstere Rede, denn 
nur der Heitere hat guten Mut.“ 
„AUnd wie die Sonne, das Liebesauge der Ewigkeit, wie sie 
täglich golden aufgeht und lacht über den Gräbern und den bluti⸗ 
gen Irrtümern der Menschen, also sei Dein Geist.“ 
„Und wenn Du weissagest die Zukunft, so folge Deinem Ge—⸗ 
ficht, was da blicket über das böse Blut fort in die rosenrote Welt 
der Freiheit und der Liebe.“ 
„Und das ist der Wille dessen, der Dir gegeben hat Dein 
Geficht und die Berkündigung zum Frommen Deines Volkes. Gehe 
hin und tue also!“ 
Alter Spruch 
Arger Teufel: zisch', 
Deine Karten misch'; 
Wir sind rasch und risch, 
Trotz der Leiden frisch. 
Jedem Fleisch und Fisch! 
Jede Satzung: Wisch! 
Eifer, nie erlisch, 
Bis einst reiner Tisch! 
XV 
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