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Full text: Gelehrten-Anekdoten / Ahrens, Wilhelm (Rights reserved)

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obsolet geworden, Der Mens-k kann die Ohren nicht 
bewegen, das können nur die Äffken. Jolios, mach’s mal!“ 
Wilbrand wurde seitdem allgemein „das Äffken“ 
genannt. %) 
X 
Als der Philosoph Schelling 1841 nach Berlin 
berufen war, wurde er dort mit den höchsten Er- 
wartungen empfangen. Hatte er sich doch gewisser- 
maßen anheischig gemacht, in seinen Vorlesungen die 
letzten Rätsel zu lösen. Diese Vorlesungen fanden daher 
im Anfange das glänzendste, auserlesenste Publikum. 
„Das große Auditorium, Tag für Tag gedrängt voll,‘ so 
schildert der junge Ernst Curtius, selbst ein Zuhörer 
Schellings, die Vorlesung, „die ersten Bankreihen von 
Professoren gefüllt, einer gelehrter als der andere, aber 
Alle sperren den Mund auf und verstehen Nichts. 
Das ist aber Schelling ganz recht.“ *) 
Der Philosoph Trendelenburg sagte, er 
glaube, es sei in der vierten Vorlesung etwas vorge- 
kommen, das er verstanden habe, übrigens könne er sich 
darin irren.**) 
In derselben Zeit verlobte sich Schellings Tochter 
mit dem jungen Eichhorn, dem Sohn des Kultus- 
ministers, und Trendelenburg sagte nun zu Schelling, 
jetzt sehe man doch, wozu es gut gewesen sei, daß er 
nach Berlin gekommen wäre.) 
"I 
“ War es nicht vielmehr den Professoren „ganz recht“? 
(Anm. des Setzers.) 
**) Vgl. dazu das schon S. 29 erwähnte angebliche letzte 
Wort Hegels.
	        
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