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Full text: Gelehrten-Anekdoten / Ahrens, Wilhelm (Rights reserved)

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lution aus seinem Amte vertrieben und nun in den 
„Privatstaat“ geflüchtet war.412) 
WAS 
August Ludwig von Schlözer, der bekannte 
Historiker und Politiker (+ 1809), hatte „in Rücksicht 
auf gelehrtes Leben“ den Wahlspruch: „extra Got- 
tingam vivere, non est vivere“*1%), und auch viele 
andere Göttinger Professoren, z. B. Blumenbach,*1!% 
haben so gedacht. 
Ein in Göttingen lebender, aber vermutlich nicht 
dort aufgewachsener junger Gelehrter sagte (1820 
etwa): „Nimmt man eine Frau aus Göttingen, macht 
man sich: bringt man eine hin, sie unglücklich.“ 414) 
I 
In Universitätsstädten soll es bisweilen Berauschte 
geben, auch Betrunkene*) hat man dort schon an- 
getroffen, ja es sollen sogar Besoffene vorkommen, 
Es wird aber nicht immer ganz leicht sein, in jedem 
Einzelfalle zu entscheiden, welcher dieser Kategorien 
die Betreffenden zuzuzählen sind. Eine sehr verdienst- 
volle Aufgabe war es daher, diese Begriffe scharf zu 
präzisieren, und dieses Verdienst gebührt dem Leip- 
ziger Psychiater Johann Christian August Heinroth 
(1773—1843), der in seinem „System der psychisch- 
gerichtlichen Medizin“ (Leipzig 1825) die verschiedenen 
Grade der Trunkenheit, nämlich ı. Rausch, 2. Be- 
trunkenheit, 3. Besoffenheit genau und scharf definiert: 
*) In der Studentensprache gibt es freilich „Betrunkene“ 
überhaupt nicht und „Besoffene“ auch nur selten, häufiger 
dagegen „Bezechte“, „Bezochene“, „Betypte“, „Angehackte“.416)
	        
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