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Weinprobe und Weinversteigerung am rhein 1902

Full text: Erinnerungen / Trojan, Johannes (Public Domain)

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2,7 
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J—— V 
wird den Winter hindurch geheizt und dient dann 
zum Vergären der jungen Weine, die zu diesem 
Zweck dort hingelegt werden. Früher dachte man 
nicht daran, den Wein rasch in warmem Raum 
vergären zu lassen, und es gibt noch Leute, die 
den im kühlen Keller langsam zum Ausgähren 
gebrachten Wein für wohlschmeckender und ge— 
sunder halten, als den nach neuester Methode 
in der Eile fertig gemachten, aber der allgemeine 
Geschmack neigt sich neuerdings dem jungen 
prickelnden und spritzigen Wein zu, und dem Zuge 
der Zeit müssen auch die Domänen folgen. Die 
Staatsbehörde, mag sie auch noch so sehr dem 
Idealen huldigen, muß doch auch das Praktische 
im Auge haben und darauf sehen, daß sie den von 
ihr gewonnenen Wein zu guten Preisen los wird. 
In dem Vergärungssaal fand ich vier lange 
Tische aufgestellt, auf deren jedem 75 Gläser stan⸗ 
den mit Proben der 75 Weine, die zur Versteige— 
rung bestimmt waren. Zu jeder Probe gehörte 
eine Nummer auf dem Tisch, und in einem ge— 
druckten Verzeichnis konnte man nachsehen, für 
welchen Wein und Jahrgang jede der Nummern 
ausgegeben war. Die Weine lagern in Halb— 
stücken, einige auch in Viertelstücken, und kommen 
in solchen zur Versteigerung. Ein Stückfaß soll 
1200 Liter, ein Halbstück also 600 Liter enthalten,
	        
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