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Winzerhochzeit an der Mosel

Full text: Erinnerungen / Trojan, Johannes (Public Domain)

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Bräutigamshause zusammen und wurden bewir— 
tet mit dem trefflichen Hochzeitswein, der eigens 
für dieses Fest ausgewählt und aufgehoben war. 
Zu dieser Gesellschaft gehörte ich auch schon. 
Alle die Tage vorher war im Hause eifrig 
gebacken worden, denn alle die, die man nicht zur 
Hochzeit einladen konnte, denen man aber doch 
eine Freundlichkeit erzeigen wollte, erhielten einen 
Gruß zugesandt: „Mit einem Trunk Weines und 
einem Kranz Nach alter Sitte des Wosellands.“ 
Es waren, glaube ich, ihrer mehr als siebzig, die 
eine Flasche Hochzeitswein und einen „Kranz'“ — 
das ist ein aus Teig geflochtener großer Kringel 
— zugesendet erhielten, und auch der Armen und 
Kranken des Ortes wurde dabei gedacht. 
Am Worgen des Hochzeitstages fand die 
standesamtliche Trauung statt, die durch den Bür— 
meister — einen solchen hat Traben, obwohl es 
nur Flecken ist, vollzogen wurde. Auf das Stan— 
desamt wurde kein Wein mitgenommen, obwohl 
es meiner Meinung nach weder die Würde des 
Ortes noch die der Handlung beeinträchtigt haben 
würde, wenn zum Schlusse mit Gläsern ange— 
klungen wäre. Aber es ist das nicht Sitte. Sonst 
hätten zum Einschenken sehr wohl die drei uralten 
Kannen dienen können, die im Amtszimmer auf 
dem einen Aktenschrank standen. Es sind das die
	        
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