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Bräutigamshause zusammen und wurden bewir—
tet mit dem trefflichen Hochzeitswein, der eigens
für dieses Fest ausgewählt und aufgehoben war.
Zu dieser Gesellschaft gehörte ich auch schon.
Alle die Tage vorher war im Hause eifrig
gebacken worden, denn alle die, die man nicht zur
Hochzeit einladen konnte, denen man aber doch
eine Freundlichkeit erzeigen wollte, erhielten einen
Gruß zugesandt: „Mit einem Trunk Weines und
einem Kranz Nach alter Sitte des Wosellands.“
Es waren, glaube ich, ihrer mehr als siebzig, die
eine Flasche Hochzeitswein und einen „Kranz'“ —
das ist ein aus Teig geflochtener großer Kringel
— zugesendet erhielten, und auch der Armen und
Kranken des Ortes wurde dabei gedacht.
Am Worgen des Hochzeitstages fand die
standesamtliche Trauung statt, die durch den Bür—
meister — einen solchen hat Traben, obwohl es
nur Flecken ist, vollzogen wurde. Auf das Stan—
desamt wurde kein Wein mitgenommen, obwohl
es meiner Meinung nach weder die Würde des
Ortes noch die der Handlung beeinträchtigt haben
würde, wenn zum Schlusse mit Gläsern ange—
klungen wäre. Aber es ist das nicht Sitte. Sonst
hätten zum Einschenken sehr wohl die drei uralten
Kannen dienen können, die im Amtszimmer auf
dem einen Aktenschrank standen. Es sind das die