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Winzerhochzeit an der Mosel

Full text: Erinnerungen / Trojan, Johannes (Public Domain)

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sonst noch mit dem Wein zu tun, und was lebt nicht 
alles vom Handel mit dem flüssigen Woselgolde! 
Wie ist durch den Weinhandel Traben, das noch 
ein Dorf oder ein Flecken genannt wird, rasch 
emporgeblüht! Noch nicht so sehr lange ist es 
her, da hatte es noch keine eigene Postanstalt, und 
die Hebamme von Traben bekam von der Trar— 
bacher Post die für den Ort bestimmten Briefe, um 
sie den Adressaten zuzustellen. Sie wird aber 
darum nichts versäumt haben, denn es mögen da— 
mals im ganzen Jahr kaum mehr Briefe gewesen 
sein, als jetzt an einem Tage in Traben ankommen. 
Ein hochbetagter Mann, den ich in Traben be— 
suchte, sagte zu mir: „Was für ein wundervoller 
Wein war der Achtundzwanziger, einer der besten 
Jahrgänge, die in diesem Jahrhundert gewachsen 
sind! Und doch war für das Fuder davon mit 
Faß nicht mehr als 80 Taler zu bekommen. Dafür 
bekommt man heute auch einen ganz geringen 
Wein nicht. Damals aber herrschte im Woseltal 
bittere Armut, und jetzt ist Wohlstand zu finden, 
wohin man sieht.“ Unter solchen Umständen darf 
man sich nicht darüber wundern, daß die alten 
Leute schon anfangen zu warnen, man solle sich 
nicht darauf verlassen, daß es immer so fortgehen 
werde, und auch wohl befürchten, es möchte mit 
der guten Zeit etwas Äbermut in das Tal kommen.
	        
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