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Mit Heinrich Seidel in der Rostocker Heide

Volltext: Erinnerungen / Trojan, Johannes (Public Domain)

Dxc TDCOSMD) 
F 187 
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* 8 
„Wenn Troijan hingerichtet werden sollte, so wür— 
den ihn noch die am Wege zum Schafott wachsen— 
den Blumen interessieren.“ Einmal aber hat uns 
meine Pflanzenliebe auseinander gebracht, wenn 
auch nur für ganz kurze Zeit. Auf einer Wan— 
derung kamen wir an ein Dorf, wo die einzelnen 
Gehöfte, wie das in steinreichen Gegenden Nord— 
deutschlands häufig zu finden ist, mit Feldstein— 
mauern eingefriedigt waren. Eine dieser Mauern 
sah ich mir sehr genau an wegen eines darin wach— 
senden kleinen Farnkrautes. Da bemerkte ich, daß 
Seidel sich von mir trennte. Als wir nachher 
wieder zusammen gingen, fragte ich ihn, weshalb 
er das getan habe. Er sagte: „Wenn einer des 
Weges gekommen wäre und hätte gesehen, wie du 
an der Mauer herumschnüffeltest, hätte er dich für 
verrückt gehalten. Darum wollte ich nicht gern 
den Anschein erwecken, daß ich zu dir gehörte.“ Da 
sagte ich: „O Seidel, wenn sich einer daraus etwas 
macht, für verrückt gehalten zu werden, dann soll 
er sich etwas anderes zur Liebhaberei erwählen 
als die Botanik.“ Dann erzählte ich ihm etwas, 
das mir begegnet ist. Als ich in meiner westpreu— 
ßischen Heimat im Neustädtischen botanisierend 
umherstrich, kam ich an ein großes Moor. Da sah 
ich in einiger Entfernung vor mir eine schöne 
und ziemlich seltene Moorpflanze, den goldgelb
	        
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