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Die alte Zeit

Full text: Erinnerungen / Trojan, Johannes (Public Domain)

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unleserliche Hand schreiben, bedienen wollten! So 
manchem Redakteur wäre damit gedient, und für den 
brieflichen Verkehr mit lieben Menschen kann man 
sich ja immer noch die den persönlichen Charakter 
wahrende Feder vorbehalten. Aber auch das, von 
wie geringem Wert ist es am Ende! Kann nicht 
ein von Amerika nach Europa oder von Europa 
nach Amerika telegraphiertes einfaches „Ja“ wert— 
voller sein als viele geschriebene Briefe? Die 
Handschrift braucht so viel Zeit, um von einem zum 
andern zu kommen, wie viel schneller vermittelt 
die Elektrizität eine Botschaft zwischen zwei Herzen! 
Nein, obgleich ich mit großem Vergnügen noch 
an so manche in meiner Jugendzeit in der gelben 
Postkutsche gemachte Fahrt zurückdenke, so kann 
ich doch nur den Fortschritten, die das Verkehrs— 
und besonders das Postwesen gemacht hat, meinen 
vollen Beifall spenden. Wie viel allein ist es schon 
wert, daß das Briefporto billiger geworden ist! 
Manches Unglück wird dadurch verhütet. Als ich 
im Frühling 1856 von Hause fort in die Welt ging, 
da wurde mir ein nach Halberstadt adressierter 
Brief mitgegeben, damit ich ihn in Göttingen auf 
die Post gäbe. Denn das Porto von Danzig nach 
Göttingen betrug drei Silbergroschen, das von 
Göttingen nach Halberstadt aber nur einen Silber— 
groschen. Den Brief nahm ich mit nach Göttingen,
	        
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