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Konferenzbejuch jüngeren Leuten überlaffen, meinte er: „Dann
müjfen wir ihm gleid) telegraphieren, er muß fommen.“
Und der alte Herr Iam zur Sreude Rothkirchs.
Zu den Patenkindern R.’s gehörte auch die jüngfte Tochter
des Pfarrers Krummader, den R. aus der Studenten= und
Domfkandidatenzeit, [owie aus feinem Aufenthalt in Berlin
als Pfarrer an der Kaifer Wilhelm-Gedächtnis-Kirche fehr
gut fannte und bejonders Hochfhäßte. „Regelmäßig,“ erzählt
Pfarrer Krummader, „jahen wir uns hin und her in den
Hüäujern bei unjeren ‚Gemeinjchaftsabenden‘ und wiederholt
durften wir ihn als unjeren lieben Gaft zum Mittageffen im
Samilienfreije bei uns jehen. Denn wie er mir [eine Sreund-
ichaft bewahrt hatte feit meiner Studentenzeit, fo dehnte er
fie nun auf mein Haus und meine ganze Samilie aus. Wo
wir aud) zufammentrafen, immer galt eine feiner erften Sragen
feinem Patchen. Täglich, fo fagte er mir wiederholt, gedachte
er unjeres Kindes, wie unfjeres ganzen Haufes und ‚meiner
Arbeit vor Gott. Wenn er in unjerem Samilienkreije weilte,
bewunderten wir jedesmal fein Kiebevolles Derftändnis für
die Kinder, und alle im Haufe bis zu unferen Dienfthoten
empfingen bei feinen Bejuchen einen tiefen Eindrud von
feiner liebevoll fröhlihen Wejen.
Dor dem Gehen vereinigten wir uns jedesmal im Gebet,
nachdem wir vorher mandhe mich bewegende ernite Srage
zujammen befprochen hatten.“
Genau fo wie Pfarrer Krummadcer urteilen auch andere,
bei denen RX. als Sreund oder Gevatter verkehrte, {o 3. B.
der Kaufmann KXogeljdhaß, ein treuer Sreund des Vereins
und feit längerer Zeit als Dizepräjes mit R. eng verbunden.
In den Mitteilungen Krummaders ijft von den „Gemein-
IgHaftsabenden“ die Rede. Sie waren durch Graf A. Bern-