Steiner Tor zu Basel
Nationalgalerie, Berlin
zu keiner gemeinen Sorge sich herabließ und nichts bestellt hat im Leben
als nur dieses Trinken der Natur und Wiederaushauchen, — der ist,
nachdem ihm dieses heilige Geschenk untergegangen, nun auch erloschen.
Ja gewiß, wenn den Sinnen einmal der Weg gebahnt ist, sich zu ver⸗
geistigen und die Flügel werden gelähmt, dann ist der Sturz in den Ab⸗
grund gewiß. Wer aber nicht im Flug ist, der sieht zu, unbewegt über
diese Vernichtung. Mich aber hat dies Scchicksal gefesselt zu fort⸗
währender Theilnahme. Wer Vater und Mutter hat, auf dessen Ge⸗
schick ist ein Auge der Sorge gerichtet bis zum Ende. Der aber, dem
Vater und Mutter gestorben sind, der erregt ein vorübergehendes Mitleid
bei diesem und jenem, und sollte eine Theilnehmende Thätigkeit in Anspruch
genommen sein, dann fühlt der Fremde gleich die Beschwerde; er weist
das Opfer ab gegen die Moͤglichkeit des Gelingens und reißt sich los
hon dem Hülflosen, weil es umsonst sein könnte; oder auch, weil der Un⸗
glückliche selbst schuld ist an seinem Elend. Für Was hat doch Gott es
in der sinnlichen Welt so eingerichtet, daß der Mensch Vater und Mutter
seines Geschlechtes sei, als bloß, daß der Instinkt geistiger Weise in uns
eingepflanzt werde zu nähren, zu pflegen Alles, was der Hülfe bedarf!
Und was ist das höchste Ziel aller menschlichen Strebungen, als blos sich
zur Hilfsquelle zu steigern alles geistigen Strebens! Darum ist das Mit⸗