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etwas ganz anderes als der Berlinerin (und der
Deutschen). Da in Amerika eine ausgeprägte
Frauenherrschaft besteht, so betrachtet die Frau dort
den Mann nicht selten als inferior, jedenfalls aber
als ein Wesen, dessen erste Pflicht es ist, ihr das
Leben so schmetterlingshaft wie möglich zu machen.
In sehr vielen Fällen fehlt sogar dem Verhältnis der
Geschlechter jede gesunde Sinnlichkeit, namentlich
bei der Frau. Sie ist oft von einer Unleidenschaft:
lichkeit, die von geschlechtlicher Unempfindlichkeit
nicht zu unterscheiden ist. Oft auch sind die Rollen
vollkommen vertauscht. Das kommt in Bildern und
in Illustrationen vielfach zum Ausdruck. Vor nicht
langer Zeit war in den Schaufenstern der Berliner
Kunsthandlungen ein amerikanisches Aquarell von
Underwood zu sehen, das unendlich charakteristisch
für ein amerikanisches Verhältnis zwischen Mann
und Frau ist. Sie steuert eine Yacht mit fester
Hand und kaltem Gesicht, er kauert zärtlich zu
ihren Füßen. In Deutschland wäre es umgekehrt.
Wenn der Mann in New York auf der Straße ein
Mädchen wohlgefällig anblickt, so sieht sie das als
Beleidigung ihrer weiblichen Göttlichkeit an und
runzelt die Stirn oder ruft ihm verweisend zu:
»Rubber«, was so viel bedeutet wie »frecher An:
glotzer«. Die Berlinerin faßt das als Huldigung
auf, und ein geschmeicheltes Lächeln zuckt, wenn
auch nur für eine Sekunde, um die Mundwinkel
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