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Band A. Berlin Dritter Abschnitt. Gesundheits-Verhältnisse

Volltext: Gesammtbericht über das Sanitäts- und Medicinalwesen in der Stadt Berlin während der Jahre ... und … (Public Domain) Ausgabe 6.1889/1891 (Public Domain)

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Gesundheits-Verhältnisse. 
bis zu 3 Meter Tiefe, noch der Wechsel in der Witterung, noch auch 
eine etwa weniger günstige Lage der vom Typhus befallenen Häuser 
können nach den bisherigen Erfahrungen einzeln oder insgesammt mit 
Sicherheit als die fördernden Ursachen für die Entstehung und Ver 
breitung des Typhus angesehen werden. — 
Auch die Beobachtungen über die Lage der Wohnungen in der 
Nähe von Kirchhöfen, von Abladestellen für Kehricht, thierische und 
pflanzliche Abfälle und an alten Wasserläufen, haben nichts ergeben, 
was zu der Annahme berechtigte, daß jene Stellen vom Typhus mehr 
befallen würden, also zur Entstehung desselben beigetragen hätten. — 
Auch für die in Betreff der Gesammtsterblichkeit sonst ungünstig gestellten 
Stadttheile hat sich endlich nicht beweisen lassen, daß in ihnen grade 
der Typhus zur Verschlechterung des Gesundheitszustandes und zur Er 
höhung der Mortalität beitrage, ebensowenig wie etwa sonst ausnahms 
weise günstig stehende Stadtgegenden in Bezug auf diese Krankheit und 
Todesursache eine nachweisbare Exemption gezeigt hätten. 
Für Jahre mit geringer Typhus-Morbidität und Mortalität ergeben 
in Berlin die Vertheilungen nach Polizei-Bezirken, nach Stadtbezirken 
und nach der Zeit eine so verschwindend kleine Höhe der Ziffern (oft 
spaltenlang iminer nur 1), so daß sich vergleichende Berechnungen hierauf 
nicht gründen lassen. Das Nämliche ist der Fall bei den Berechnungen 
der Erkrankungen und Todesfälle nach Zahl der Fälle im Höhenverhältniß 
zum Grundwasserstande, — auch bei der Vertheilung nach Häusern und 
Stadtbezirken, — und ganz besonders bei der Vertheilung der Typhus- 
fälle (sei es mit tödtlichem, sti es mit günstigem Ausgange) an die Um 
gebungen der Wasserläufe und die der Begräbnißplätze. 
Nichtsdestoweniger werden diese Verzeichnisse (bei der Sanitäts 
Kommission) aus guten Gründen weiter geführt; sie würden bei 
einem Massenauftreten von Typhusfällen nach der Weise früherer Jahre 
sofort zur Ermittelung maßgebender Fingerzeige zu verwerthen sein, 
wo die früheren Hülfsursachen der Typhnsverbreitung, die ihr Vorschub 
leistende Bevölkerungsdichte, Unreinlichkeit im Boden und oberhalb des 
selben sich wieder zur früheren Bedeutung erheben. Die Wiedergabe 
der Ziffern aus den Verzeichnissen in diesen Berichten kann in 
zwischen jedoch um so eher unterbleiben, als es der letzteren Aufgabe 
nicht ist (auch nie gewesen ist), Theorien der Krankheiten zu beweisen 
oder zu verwerfen: etwa die Bodengas-Fäulniß-Theorie — aus Kosten 
der Grundwasser-Thcorie, die Trinkwasser- und Milch-Theorie — auf 
Kosten der Ansteckungs-Theorie, zu bevorzugen und dergleichen. 
Daß indeß die Theorieen die Macht haben, den Gang der Unter 
suchungen zu beeinflussen, zeigt sich zweifelsfrei sowohl an dem einzigen
	        
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