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Volltext: Alt-Berlin / Consentius, Ernst (Public Domain)

Plan und Abbildungen. 
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Pläne und Prospekte oftmals verwies und diese Kupferstiche auch in seiner Buchhandlung Olan 
verkaufte. In seinem Verzeichnis: „Jetztlebende Künstler, Maler, Bildhauer, Wachsbossirer, und Ab. 
Kupferstecher, Holz⸗ und Stahlschneider u. s. w. nebst kurzer Nachricht von ihrem Leben“ biloungen. 
finden nur „die Gebrüder Hrn. J. F. und J. D. Schleuen, Kupferstecher“, eine Stelle. 
Nicolai sagt von ihnen: „haben verschiedene Bildnisse und auch historische Stücke gestochen. 
Der ältere, wohnet in der Stralauerstraße im Rhauischen Hause, der jüngere, vor dem 
Königsthor, ohnweit dem Kornmagazine.“ Diese Notiz gilt für das Jahr 1786. 
Die Gebrüder Schleuen sind sehr wahrscheinlich Söhne des zuerst genannten Johann 
David Schleuen. UÜber sie ist in den Akten des Kgl. Geheimen Staatsarchivs — Rep. 96. 
434. E. — einiges, wenn auch wenig, vorhanden. Von J. D. Schleuen, dem Alteren, sagen 
die Akten wohl nichts. Trotz frol. Unterstützung des Archivars Dr. Melle Klinkenborg habe 
ich ihn nicht gefunden. 
Ein paar Daten zum äußeren Leben gibt jedoch der Berliner Adreßkalender. Zum 
ersten Male wird Schleuen im Kalender auf das Jahr 1740 in der Rubrik: Kupferstecher 
genannt; und zwar als letzter unter fünf Kunstgenossen. Er wohnte „am Neuen-Marckt in 
des Bader Holtzkamps hHause“. Da mit dem Druck der Kalender in der ersten Hälfte des 
vorangehenden Jahres begonnen wurde, wird Schleuen schon 1739 in Berlin gewesen sein. 
Nach Ausweis des Kalenders für 1742 hatte Schleuen seine Wohnung „in der KNönigs⸗ 
Strasse ohnweit dem Gouverneur hause“. Im Jahre 1746 wird er immer noch als fünfter, 
aber jetzt als fünfter von acht Uupferstechern genannt; es wird gesagt: „wohnet in der 
blönigs⸗Strasse im Grundmannschen Hause“. Der Kalender auf das Jahr 1759 nennt ihn 
als vierten unter neun, und es heißt: „wohnt vor dem Spandauer Thor in der Kirchgasse 
bey der Sophien⸗Kirche in seinem Hause“. Zwei Jahre später war Schleuen der dritte von 
acht Berliner Kupferstechern geworden und hatte fortan seine Wohnung „in der Königsstadt 
am Graben, ohnweit dem Kornmagazin in seinem Hause“. Bekanntlich hatte Lessing vor 
seiner Hamburger Zeit sein Logis „bei Schleuens“ (Lessing, Hempelsche Ausgabe Bd. 20. J. 
5. 247). Seit 1769 steht Schleuens Name an zweiter Stelle; nur noch der Kgl. Hof⸗Kupfer⸗ 
stecher hat den Platz vor ihm. Der Kalender auf das Jahr 1774 nennt unsern Schleuen 
zum letzten Male, wiederum an zweiter Stelle, und zwar unter sechs Kupferstechern. Vom 
letzten Platz war Schleuen mit den Jahren allmählich soweit aufgerückt. 
Von 1775 an wird an dritter Stelle genannt: „Hr. Joh. Friedr. Schleuen, lon. 
wohnet in der Stralauerstrasse schrem der Judenstrasse über bey dem Brauer Zeschke“, und 
an vierter Stelle: „hr. Joh. David Schleuen, jun. wohnet in der Königsstadt am Graben, 
ohnweit dem Korn⸗Magazin“. Das sind die beiden Gebrüder Schleuen aus Nicolais Ver— 
zeichnis. Daß ihre Namen, als sie zum er sten Male im Wohnungsanzeiger genannt 
wurden, nicht zum Schluß der Rubrik, an letzter und vorletzter Stelle, aufgeführt sind, 
spricht dafür, daß beide schon seit Jahren in Berlin tätig waren. Es muß zwischen ihnen 
und J. D. Schleuen, dem Alteren, eine nähere Verbindung bestanden haben. J. D. Schleuen, 
der Altere, wird — so lange er lebte — die gemeinsame Firma, die z. B. auch Illustrationen 
zu technischen Werken und zahlreiche Porträts für Nicolais Allgemeine deutsche Bibliothek 
lieferte, nach Außen vertreten haben. (In Friedrich Nicolais umfangreicher Briefsammlung 
findet sich von keinem der drei Schleuen etwas Handschriftliches.) Und, wo ihre Kunst sehr 
handwerksmäßig ausgeübt wurde, läßt sich nicht leicht entscheiden, welchem von den dreien
	        
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