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Bruchbänder.
verkaufte allerlei Arcana; z. B. den „rohten Egyptischen Tannen-Valsam
vor Schmertzen des Steins, führet ab den Sand, Schleim und HBarn mit
dessen Winde“ — „item ein sonderbahres Fieber⸗Pulver, mit einer Magen
stärckenden Essentz und Præservativ“ — „item des Doctors Burri, Astro-
galische Pillen vor die allergefährlichsten Zufälle, welche sowol innerlich
als äusserlich seynd, absonderlich vor die unordentliche Verstopffungen in
der Natur, und Geschwulsten, erhalten die Gesundheit, und reinigen das
Geblüte und das Marck in Beinen“. Diese Abführpillen wurden nach
Gewicht verkauft: „das Loth 16 gr. das Quentl. 4 gr.“ Der Nagelschmied
im Guldenen Herz hatte diese Medikamente auf Lager, weil bei ihm eine
bequeme Art von Bruchbändern zu haben war. Die konnte ein Schmied her⸗
stellen. So geschah es mit ausdrücklicher Approbation des hochlöblichen
Königlich Preußischen Ober⸗Collegii Medici, daß Meister Georg Peter Lüdicke,
seines Zeichens ein Zeug⸗ und Firkelschmied, schon mehr als zehn Jahre
lang eine „neue Art von stählernen Machinen vor allerhand gebrechliche
ceute, beyderley Geschlechts, Jung oder Alt, als: Bein⸗Stieffeln, Schnür⸗
Ceiber, Bruch⸗Bänder mit Spring⸗Schlössern, auch ohne Spring⸗Schlösser,
wieder allerley Sorten Brüche“ verfertigte. Wer diese Maschinen, die der
Meister selbst erfunden, trug, der konnte ohne die geringste Inkommodität
zehen und reiten. Meister Lüdicke half den Schönen und wußte, daß es
denen, die seine Hilfe brauchten, nicht immer recht war, sich zu nennen;
er wollte nicht wissen, wer sie seien; sie brauchten nicht zu ihm kommen;
das Maß genügte: „es muß aber das Maaß unter der Hüffte die Dicke
vom Leibe genommen werden, an welcher Seite der Bruch ist“; das richtige
Bruchband konnte sich dann jeder selbst anlegen. Eine delikate Sache wollte
diskret behandelt sein. Ob diese ausgezeichneten Bänder nun besser waren,
als die Bruchbänder, die ein alter Bürger und Handschuhmacher ohmne
besondere Approbation des Collegium Medicum seit langen Jahren für
Uinder, Frauen- und Mannspersonen lieferte? Er rühmte sich keiner
hohen Genehmigung, er machte auch nicht soviel Worte, wie ein Markt—⸗
schreier mit Namen Isaak Duc.
Dieser Isaak Duc hatte vom Uönige für angeblich fünfundzwanzig⸗
jährige Dienste ein Privileg erhalten, daß er verschiedene Kuren im Lande
berrichten dürfte. Er ließ sich deshalb Plakate drucken, die wortreich
meldeten, daß er seine Kunst in Paris erlernt und am Französischen Hof