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IV. Die Sportperiode 5. Die Bedeutung des Militarismus für den Verein

Full text : 25 Jahre Geschichte des Berliner Vereins für Luftschiffahrt, unter Benutzung des Vereinsarchivs und nach Selbsterlebtem / Moedebeck, Hermann W. L. (Public Domain)

ENTSÄUERT
pAL 2023

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alten Kavallerie-General, und einen Major v. Parseval, einen Infanteristen,
als treibende Kräfte auftreten, während der Verein deutscher Ingenieure
sich anfänglich zwar wohlwollend, später schroff, ablehnend gegen alle diese
Versuche verhielt. Diese Offiziere haben sich aber stets bemüht, möglichst
viele Persönlichkeiten anderer Berufsklassen zu den Vereinen heranzuziehen.
 In den letzten Jahren ist das für den Ballonsport mit besserem
Erfolge als ehedem geglückt.
Außer den bereits mehrfach genannten früheren Vorsitzenden und
Vorstandsmitgliedern des Vereins haben sich
besonders der heutige Schriftführer Hauptmann
Hildebrandt (Fig. 44) und der Fahrtenwart Hauptmann
 v, Kehler (Fig. 45) darum bemüht. Als dem
Verein am 18, Dezember 1905 die hohe Ehre zuteil
wurde, daß S. M. der Kaiser einer Sitzung
desselben in der technischen Hochschule zu
Charlottenburg beiwohnte, war es auch wieder
ein Soldat, der Hauptmann v. Kehler, welcher
den Vortrag dieser besonderen Sitzung hielt.
Man ist. berechtigt, nach einer Erklärung
dieser Erscheinung zu suchen. Ist der Idealis-Fig.
 45. mus bei anderen Ständen bei uns so ge-Hauptmann
 Richard v. Kehler, Fahrten- schwunden? Ist unsere Gesellschaft so hausschiffahrt,
 Geschäftsführer der Motor- backen geworden, daß sie keinen Sportsgeist
a het mehr kennt?
Diese Verhältnisse werden sich in Zukunft wohl ändern müssen, das
liegt. in der ganzen Entwickelung der modernen sportlichen Luftschiffahrt.
Die Dauerfahrten und die Weitfahrten, welche die Grundlage aeronautischen
Könnens bilden und sportmäßig betrieben oft weit über die Staatsgrenzen
hinausgehen, können Offiziere nicht ausüben, ohne diplomatische Auseinandersetzungen
 zwischen den betreffenden Staaten befürchten zu müssen. Es ist
daher nur natürlich, wenn ihnen ein Überfliegen der Grenzen verboten wird,
Bei weiterer Ausbildung des aeronautischen Sports müssen demnach in
Zukunft immer mehr Mitglieder aus zivilen Lebensberufen in den Wettkampf
treten. Man kann nicht wissen, aber man kann es doch hoffen, daß dann
nach und nach auch mehr eigene Ballonbesitzer im Verein sich einfinden
werden, wenigstens zeigt das die Erfahrung bei dem Aeroclub de France,
unter dessen Mitgliedern bei weitem die Sportsleute überwiegen.
Ich will das Zukunftsbild des Vereins nicht weiter enthüllen. Jedenfalls
 sage ich nicht zu viel, wenn ich behaupte, daß er heute nach 25 Jahren
ruhmvollen Bestehens großjährig geworden ist, um in Zukunft auf eigenen
Bahnen weiter wandeln zu können.
vivat, crescat, floreat!

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