bei mir sind. Ich will Sie das Glück lehren,
das Sie suchen. Wie zwei unabhängige Men-
schen wollen wir uns lieben. Nach nichts
fragen als nur nach uns. Und niemand soll um
uns wissen, — nur du und ich.“
„Du!“ sagte sie, und ihre Stimme zitterte.
So erregt war sie. Zum ersten Male erwiderte
sie jetzt den Druck seiner Hand, die sie mit
ihren zarten Fingern fest umspannte. Er beugte
sich, als hätte er etwas fallen lassen; und er
küßte diese Hand, die immer fester in die seine
wuchs und ihm die Leidenschaft verriet des
Körpers, der nur den Wunsch nach Einigung
noch kannte.
In diesem Augenblick wünschte Frau Traute
„Gesegnete Mahlzeit“ und alles stand auf. Hilde
saß unbeweglich. Ihr war’s, als strömte es von
allen Seiten glühend durch ihren Körper und
hielt sie fest. Sie glaubte, sie müsse verbrennen,
kam er nicht und trug sie davon und erstickte
das Feuer.
Helldorf legte unauffällig ihre Hand in seinen
Arm. „Halt’ dich fest!“ sagte er sanft, aber be-
stimmt, zog sie empor und führte sie sicher
durch die Menschen hindurch, aus dem Saal,
den Korridor entlang. „Zeig’ mir dein Zimmer!“
sagte er fest. Sie blieb vor einer Tür stehen,
die er öffnete, und sie traten in das Zimmer, in
dem ihr Bett zur Nacht bereitet stand.
„Du glühst, Geliebte.“ Er preßte den heißen
Kopf in seine Hände, sah ihr tief in die Augen.
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