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Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Aber warum denn, seien Sie doch ehrlich, 
gnädige Frau. Sie amüsieren sich doch unter- 
einander köstlich über dieses verkümmerte Ge- 
wächs und haben vor Ihrem Gesinde mit einem 
geraden Rücken mehr Achtung als — man kann 
es nicht anders bezeichnen — vor diesem Ge- 
sindel !“ 
„Prachtvoll! Ausgezeichnet!“ wieherte Krohn, 
„nennen wir die Wohltätigkeitsbälle von heute 
ab Gesindelbälle !“ 
Alles gab sich Mühe zu lachen. Frau Traute 
hatte längst erkannt, daß nur ein radikales Mittel 
einen gesellschaftlichen Skandal verhindern 
konnte. Sie überlegte. 
„Fall’ in Ohnmacht!“ sagte sie leise zu Hilde. 
„Ihr alle hättet Grund dazu, ich nicht“, gab sie 
zur Antwort. 
Helldorf war mit seinem Erfolge zufrieden. 
Er hatte Ohrfeigen verteilt und kein einziger 
hatte sich zur Wehr gesetzt, auch nur den Ver- 
such dazu gemacht. An einem Skandal lag 
ihm nichts, so wenig, wie an dieser ganzen stil- 
losen Gesellschaft. Sie mochten auf ihre Art 
selig werden oder verkommen. Letztes war 
ihm freilich lieber. Doch im Grunde, was küm- 
merten sie ihn? Er kämpfte für etwas anderes, 
Wertvolleres. 
Es war nicht nur sein Renommee, das auf 
dem Spiele stand. Die Sorge hatte er nicht, Er 
wollte sich verpflichten, seinem Kontrahenten 
nach Ablauf eines Monats statt einer, ein halbes 
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