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[I. Teil] XIII.

Full text: Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Er hatte nach diesen Worten das Gefühl einer 
besonderen Leistung. Hilde gefiel diese Be- 
stimmtheit und Entschlossenheit. Je weniger 
kompliziert jemand ist, um so leichter, dachte 
sie, findet er sich im Leben zurecht. Dieser 
Mann ist Offizier, und damit basta. Alles andere 
kümmert ihn nicht. 
„Sie haben recht!“ sagte sie in fast zärtlichem 
Ton zu ihm und gab ihm die Hand. Sein Ge- 
sicht leuchtete. Er glaubte bestimmt, nun zärt- 
lich werden zu müssen und legte — unge- 
schickt genug! — den Arm um ihre Taille. 
Bequemer, als passende Worte zu finden, war 
es jetzt, sie an sich zu ziehen und zu küssen. 
Es war ein kurzer Entschluß, ein militärischer 
Ruck, und er drückte sie an sich. Er beugte 
den Kopf zu ihr hinab; schon spürte sie in 
ihrem Gesicht seinen trockenen Atem, als sie 
sich behend losriß und sagte: 
„Graf! Ihr Versprechen! Ich bitte Sie!“ 
Er stand verdutzt da. Das also meinte sie 
mit dem Pathos?! Eine Perle, dachte er, und 
wurde immer zufriedener. 
„Ich nehme Ihren Antrag aus Gründen an, 
die ich Ihnen nicht erklären will, auch gar nicht 
erklären kann. Sie würden mich doch nicht 
verstehen. — Und wenn Sie mich verständen 
— um so schlimmer — wenigstens für den Fall, 
daß Sie mich wirklich lieben.“ 
Graf Arenstorff wollte sich wieder ihr zu 
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