Er aber durfte diesen Zusammenbruch nicht
sehen, trotz allem. So viel Stolz hatte sie bewahrt.
— — Jetzt aber mußte sie wissen, was
den Anlaß dazu gegeben hatte, daß sie so früh
schon ihr Glück auf eine falsche Karte setzen
und verlieren mußte.
„Ich muß es wissen!“ wiederholte sie mit
einer Bestimmtheit, die er an ihr kannte, und
die nicht zu erschüttern war.
„Erst die Antwort für den Grafen.“
„Ich kenne ihn nicht!“ erwiderte Hilde.
„Außer seinem Stammbaum ist nichts an ihm
zu kennen.“
Was war verloren, was gewonnen, wenn sie
ja sagte. In diesem Hause konnte sie nicht
bleiben, nun schon gar nicht mehr! Was also
gab es für sie anderes als den Tod — oder diese £
Ehe? Den Tod! Daran klammerte sie sich, der 5
blieb ihr immer! Eine dritte Möglichkeit be-.5
stand nicht, sie mußte allein sein, lange Zeit 5
allein. Dieser Graf interessierte sie nicht; so
wenig, wie sie jeder andere interessierte; so
wenig, wie alles, was vor ihr lag. Ihr Erleben
lag hinter ihr, und Klarheit schaffen über das
Erlebte war alles, was sie wollte. Sie sah Helldorf
groß an.
„Dein Wort!“ sagte sie entschlossen.
„Mein Wort!“ und er gab ihr die Hand.
„Ich werde den Grafen heiraten.“
Helldorf triumphierte. Wie jüdisch, dachte
er. Natürlich war sie von Anfang an ent-I
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