Helldorf war außer sich. Was wollte diese
Frau eigentlich? Verstellte sie sich auch jetzt
noch? Oder hatte sie diesem talentlosen Grafen
während des gestrigen Abends gar auf den
Zahn gefühlt und wußte nun Bescheid, warum
er seinen Stammbaum prostituieren wollte?
Zuzutrauen war es ihr, und daß er völlig ahnungslos
auf den Leim gekrochen war, schien
ihm nur zu wahrscheinlich.
„Damit ist wohl der Zweck deines Besuches
erledigt?“ fuhr Hilde fort. „Was ich dir noch
zu sagen habe, — es ist nicht viel, — und
trotzdem, heute nicht; ein andermal. — Du
wirst es immer früh genug erfahren. — Nur
eine Frage gleich heute,“ — sie machte eine
Pause, sah ihn lange schweigend an, dann
fragte sie: „warum hast du alles das mit mir
gemacht?“
Helldorf überlegte. Sagte er jetzt die Wahrheit,
dann gewann die klägliche Rolle, die er
in diesem Liebeshandel gespielt hatte, ein
völlig verändertes Aussehen, und schließlich
war es nur verständlich, wenn er Gleiches mit
Gleichem vergalt. Er schwankıe noch; denn
er durfte nichts tun, was ihren Widerstand
gegen die geplante Ehe befestigen könnte.
„Warum sollte es einen besonderen Grund
haben?“ fragte er.
„Es hatte einen!“ sagte Hilde entschieden.
„Ich bitte dich, nenne ihn mir.“
Helldorf kam ein teuflischer Gedanke.
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