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Volltext: Berliner Märztage / Storck, Karl (Public Domain)

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sonst der Schauplatz emsigen Geschäftsfleißes und ge⸗ 
werblicher Betriebsamkeit, ist in ein blutiges Schlacht⸗ 
feld verwandelt. Die Häuser erzittern vom Donner 
der Kanonen, zerrissene Leichen decken das Pflaster, 
Verwundete eilen vom Kampfplatz, um sich verbinden 
zu lassen. Dazwischen tönt das Sturmgeläut der 
Glocken und das Hurrageschrei der stürmenden Gar⸗ 
den, dem von den Barrikaden die trotzigen Kampfrufe 
des Volkes Antwort geben. 
Bis zur Spandauer Straße hat die Artillerie sich 
vorgeschoben, und unter ihrem Beistand sind die 
Garden bis an die Königsbrücke vorgedrungen. Hier 
aber ist ihrem Vordringen ein Halt geboten. Hagel⸗ 
dicht sausen die Büchsenkugeln von den am Alexander⸗ 
platz errichteten Schutzwerken in ihre Reihen und 
zwingen sie, selbst hinter den Barrikaden Zuflucht zu 
suchen, die sie eben genommen. 
Die Königstraße wenigstens war von den Truppen 
besetzt — „sie gehört mir“, konnte der König einer 
Bürgerdeputation gegenüber sich rühmen, die ihn am 
Abend vergeblich zur Nachgiebigkeit zu bewegen 
suchte. Aber wie unsagbar bescheiden war der erfoch⸗ 
tene Triumph! Zur Rechten und Linken liefen 
Dutzende von Gassen und Gäßchen, bis an die Dächer 
hinauf verrammelt und von erbitterten Menschen er⸗ 
füllt, die entschlossen waren, sich bis auf den letzten 
Blutstropfen zu verteidigen. Und dort im Osten lag 
der Alexanderplatz, in eine trotzige Festung verwan⸗ 
delt und von den Freiwilligen des Stralauer und 
Spandauer Viertels auf Tod und Leben verteidigt. 
Und während die Volkskämpfer mitten in ihren vier 
Pfählen saßhen und von Tausenden hilfreicher Hände
	        
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