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Full text: Berliner Märztage / Storck, Karl (Public Domain)

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nichts zu beißen hat, braucht sich doch keinen Gesellen 
zu halten!“ 
„Aber Dora, was sind das für Redensarten!“ 
versetzte Lotte mit einem verweisenden Seitenblick. 
„Seit zwanzig Jahren ist Florian Schnick bei uns, 
immer wieder ist er von seinen Wanderfahrten zu uns 
zurückgekehrt. Er hat uns als Kinder auf seinen 
Knien geschaukelt, er ist gegen uns alle so zärtlich ge— 
wesen wie ein älterer Bruder — und da sollten wir 
ihm jetzt den Stuhl vor die Tür setzen, weil Schmal⸗ 
hans mal bei uns Küchenmeister ist? Nie soll dies 
geschehen, solange ich noch ein Wort mitreden darf.“ 
„Unser Herr Leckner sagte immer: jeder ist sich 
selbst der nächste,“ meinte Dora schnippisch. 
Man sah es ihrer schalkhaften Miene an, daß es 
ihr nur darauf ankam, durch ihren Widerspruch die 
eigne Selbständigkeit gegenüber dem überlegenen Be⸗ 
nehmen der älteren Schwester zu betonen. 
„Hübsche Grundsätze, die euch dieser Herr Leckner 
beibringt,“ sagte Lotte ernst. Es tut mir wirklich 
schon leid, daß ich auf den Gedanken gekommen bin, 
dich in dieses Geschäft zu bringen.“ 
„Ach, du meinst wegen Axels?“ 
„Wie war das? Wegen Axels? Schämst du dich 
denn gar nicht mehr, Dora?“ 
Ganz entsetzt über den leichtfertigen Ton, den die 
übermütige Kleine anzuschlagen beliebte, war Lotte 
unwillkürlich einen Moment stehen geblieben. 
„Wir nennen ihn alle nur Axel,“ versetzte Dora 
gleichmütig. „Uebrigens kann ich dir versichern, daß 
es keinen unausstehlicheren Menschen gibt als diesen 
Axel. Ein ganz frecher Kerl, kann ich dir sagen.“
	        
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