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Full text: Berliner Märztage / Storck, Karl (Public Domain)

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sagenden Augenblinzeln — „es gehen Dinge vor hier 
bei uns — Dinge, sag' ich Ihnen ...“ 
„Wir schütteln hier in Berlin de Birnen ooch, 
wenn se reif sind,“ meinte Fritze Grams, der an dem 
unternehmenden Wesen des Herrn Kasimir Gefallen 
gefunden hatte. „Und wenn wer hier 'n bisken Luft 
kriejen sollten, dann sind die Polen in Moabit die 
ersten, die wer loofen lassen.“ 
„Bravo, meine Herren, bravissimo!“ rief Herr 
von Tumidaiski entzückt — „wenn wird mein 
Brüderchen frei, soll ganze Roßstraße in Champagner 
schwimmen.“ 
„Das Volk von Berlin wird sich wie ein Mann 
erheben,“ rief Dr. Wollstein, dessen Mut der Cham⸗ 
pagner wesentlich erhöht hatte. „Wir werden han⸗ 
deln, Herr Graf, handeln, sag' ich Ihnen ...“ 
„Und damit wir mit dem Handeln einen Anfang 
machen,“ wandte sich Hans Hartung an Dr. Wollstein, 
„so schlag' ich Ihnen vor, daß wir den Gedanken des 
Herrn Grams nochmals aufnehmen und jetzt hier 
sogleich eine Proklamation aufsetzen, welche die 
Wünsche des Volkes zum Ausdruck bringt und morgen 
in slen den von Exemplaren unters Volk verteilt 
wird.“ 
„Bravo! Eine Proklamation! Brapo!“ tönte es 
von allen Seiten. 
„Und was wollen Sie in diesem Schriftstück 
sagen?“ fragte Dr. Wollstein mißtrauisch. 
„Da Sie in Ihren Adressen schon alles übrige ver⸗ 
langt haben, so würde ich in der meinigen nur noch 
Brot für das hungernde Volk verlangen.“ 
„Hurrah! Brot! Jawoll!“ riefen die Stamm⸗
	        
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