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Full text : Berliner Märztage / Storck, Karl (Public Domain)

hätte, die Arbeit bei den staatlicher Bauten und
sonstigen Unternehmungen einzustellen. Die großen
Fabriken von Borsig, Egells, Goldschmidt hatten
bereits Hunderte von Arbeitern entlassen, und neue
Entlassungen standen bevor. Der Staat hatte den
Unternehmern eine Entschädigung versprochen, wenn
sie mit den Entlassungen noch einhielten, aber die
Männer des Kapitals gaben nicht viel auf diese Ver⸗
sprechungen, sie wußten nur zu genau, daß die Staats⸗
kasse leer war. Sie hatten ein paar Jahre vorher
den „Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen“
mit begründen helfen, der immer noch vergeblich in
den Vorzimmern der Minister um Auszahlung der
fünfzehntausend Taler bettelte, die diesem Kinde der
Angst von hoher Stelle als Patengeschenk versprochen
worden waren. Nicht fünfzehntausend Taler konnte
man auftreiben für das „Wohl der arbeitenden
Klassen“, die von Hunger und Elend, von Ent⸗
behrung und Krankheit aufs bitterste heimgesucht
waren.
Der Handwerker, der Krämer, der kleine Ge⸗
schäftsmann — alle jene, die unmittelbar von den
Groschen des arbeitenden Volkes lebten — jammerten
laut über die schrecklichen Zeiten. Die ehrbaren
Spießbürger, die auf dem alten Rathaus am Köll⸗
nischen Fischmarkt das große Wort führten, rat⸗
schlagten hin und her, wie sie durch irgend ein
Zaubermittel, das ihnen nicht an den Beutel griff, dem
allgemeinen Notstand ein Ende machen könnten.
Lange genug hatten sie sich entrüstet über den be—
ständig wachsenden Zuzug von auswärts, über die
wenigen polizeilichen Erleichterungen im Handwerk,
            
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