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Geschichtlicher Rückblick

Full text: Felix du Bois-Reymond / Rosenberger, Eugenie (Public Domain)

fünf Mahlzeiten zu beanspruchen, Frühstück, 
Mittagsmahl, die „None‘“, Abendbrot und le 
„Pussignon‘“, außer dem Gewürzwein, „hyppo- 
cras‘“, mit dem sie sich nach anstrengenden Ver- 
handlungen stärkten. Die Sitzungen nach Tische 
wurden indessen bald eingestellt. 
Die Urteile waren oft von drakonischer 
Härte und die Verordnungen von puritani- 
scher Strenge und gingen häufig genug ins 
kleinliche. So war u. a. den Reichen verboten, 
zwei Schwerter zu tragen und das Wams auf 
spanische Art vorn ausschneiden zu lassen. 
Man wurde bei Strafe angehalten, vor und nach 
dem Essen zu beten, sogar in der Schenke, sich 
nicht zu betrinken, zu arbeiten, die Alten zu 
ehren und der Obrigkeit zu gehorchen. Tanz 
und Mummenschanz war untersagt, sogar bei 
Hochzeiten. Als aber der alte Farel (er war über 
siebzig) sich mit einem sehr schönen siebzehn- 
jährigen Mädchen verlobte, schrieb der Gouver- 
neur v. Bonstetten an Freunde in Paris, man 
schicke sich an, auf der Hochzeit brav zu tan- 
zen. Auch sonst wichen die Ansichten über 
gute Sitte von den unsrigen ab; z. B. redete der- 
selbe Herr v. Bonstetten, in einem Höflich- 
18. 
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