hatte, unter dem die blinde Frau zu sitzen pflegte
und deren bescheidenes Liedchen sie einen Som-
mer lang erfreute.
Zuletzt hatte sie noch das Unglück, taub
zu werden, und als nach ihrem Tode der Vater
Henry den Freund aufsuchte, dachte er wohl
bei sich, daß es ihm in diesem Falle nicht schwer
fallen könne, Trost zuzusprechen. Zu seiner Be-
schämung aber fand er den Minister in Tränen
aufgelöst und ganz gebrochen durch seinen Verlust.
Nachmals vermählte er sich mit der reizen-
den Nadine, .der Tochter des befreundeten
Moliereschen Hauses. Sie war zwanzig Jahre
jünger als ihr Mann, so daß der Altersunter-
schied zwischen der ersten und der zweiten Frau
vierzig Jahre betrug. Leider war Nadine brust-
krank; sie suchte Heilung am Genfer See und
starb daselbst.
So wandelte denn Felix jetzt die gleich-
förmige, verhältnismäßig sorgenfreie Bahn einer
wohlgeordneten Lebensstellung, dieses so schwer
erkämpfte und ersehnte Gut, wenngleich ein
reger Geist für Naturwissenschaft und Sprach-
forschung dadurch verloren gegangen sein mag.
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