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In der Frobenstraße 36 und am Karlsbade 11

fullscreen: Erinnerungen an Heinrich Seidel / Seidel, Heinrich Wolfgang (Public Domain)

1. Frobenstraße 36 
„Am Sonntag war ich in Schwerin, und wir 
haben über den Vors chlag, die Hochzeit dort zu feiern, 
miteinander gesprochen. Meine Mutter ist gern da— 
zu bereit und denkt auch, dieselbe bei Beschränkung 
auf die notwendigsten Teilnehmer in ihren Zimmern 
ausrichten zu können. Vor einer Hotelhochzeit hat 
sie einen Horror. Wie sie nun in ihren drei kleinen 
Puppenstuben die Sache zu Wege bringt, das ist 
ihr Geheimnis, allein bei meiner Mutter ist kein 
Ding unmöglich. Wir haben den Anfang des Mai 
in Aussicht genommen.“ Die Hochzeit fand tatsäch— 
lich am 14. Mai 18785 statt, und meine Eltern fuhren 
dann, ohne eine Hochzeitsreise zu unternehmen, nach 
Berlin und bezogen eine Wohnung in der Froben— 
straße 36. Ein Wiederschein des Hochzeitsfestes findet 
sich in „Leberecht Hühnchen“, obwohl die dort geschil— 
derten Hochzeitsgäste mehr oder weniger der Phantasie 
entstammen. Mein Vater selber hatte schon damals 
eine starke Abneigung, sich anfeiern zu lassen, und es 
war wohl die Meinung beider Eltern, wenn er vorher 
einmal schrieb: „Ich ginge am liebsten in die Kirche 
und damit gut.“ Von seiner silbernen Hochzeit pflegte 
er zu sagen, sie sei schöner gewesen als die grüne.
	        
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