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Full text: Der Freimüthige oder Berlinische Zeitung für gebildete, unbefangene Leser (Public Domain) Ausgabe 1.1803 (Public Domain)

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genfiand de« Abschoßrechts meinem Gedächtnisse zu Hülfe 
zu kommen. Den Preussischen Geschäftsmännern im Jur 
filz- und Finanzdienste, welchen die Schwierigkeiten de« 
Abschoßrcchte», besonders wo c« auf Compawa und Ge, 
wohnheilen ankommt, ebenfalls bekannt seyn werden, 
glaube ich keinen unangenehmen Dienst zu erweisen, wenn 
ich ihnen meine vieljährige Arbeit in gedrängter Kürze 
mittheile. Ich bin daher erbötig, ein 
Handbuch de« Abschoßrechkeö für Preussiche Ge 
schäftsmänner 
kn Druck zu geben, wovon die hiesige Rlissische Buchhand 
lung die Besorgung gütigst übernommen hak. Die alpha 
betische Ordnung habe ich aus dem Grunde gewählt, 
weil diese für da« Gedächtniß und den Geschäftsmann, 
der ohnedieß seine Zeit wohl eintheilen muß, die bequemste 
ist. Wer bei imr oder in der Russischen Buchhandlung 
bi« zu Ende der zukünftigen Jubilatemesse Eineu Thalcr 
Preuß. pranumerirt, erhalt seine Eremplare auf besser 
Papier, und wer die Güte hat, Pranumeranten zu sam 
meln, erhält bei 6 Exemplaren das?te frei. Der nachheri- 
ge Ladenpreis wird verhällnißmäßig höher seyn. Halle im 
März i»c>z. F ri ed r. Alb r. L u d w. Ko r» ma n n, 
König!. Preuß. SchvppenstuhlS- und Stadt, 
gerichl« - Assessor, auch Allsimcni,, FUci. 
Don dem hier angezeigten schätzbaren Werke haben 
wir den Verlag übernommen, und werden c« uns zur 
angenehmsten Pflicht machen, für guten korrekten Druck 
in groß 8. und gutes Papier möglichst zu sorgen. 
Russische Verlagsbuchhandlung inHalle und Weimar. 
2n I. G. Russischen Verlage zu Halle und Weimar 
erscheinen zur diesjährigen Leipziger Jubllalemrsse 
folgende neue Bücher: 
Pmphitruon, Lustspiel in fünf Aufzügen, von I. D. 
Falk. Mit Kupfern, 8. Schreibpap. 
Buhle, C. A.. Lektor der Naturgeschichte auf der Uni, 
versikät zu Halle k., Anleitung zur Naturgeschichte für 
Schulen. Erster Band. Das Thierreich. Mit j' ltip; 
fcrtafeln, die einen Hauplumriß de« gesammrc» Thier, 
reich» darstellen, 8. 
Cato, ein Trauerspiel von I. Addison. Uebersetzt von 
C. C. Fclß, 8. Schrcibp. 
Etwa» au« der Mythologie für die wißbegierige Ju, 
gend, nebst einem Kästchen mit i- Zinnfiguren, welche 
die merkwürdigsten Göller und Götkinnen vorstellen, 
gefertigt vom Graveur I. G- Fischer in Halle. 
Jagdspielchen, unterhaltendes, für freundschaftliche 
Zirkel mit 17 Zinnfiguren; nebst Plan., worauf die Fi, 
gurcn gestellt werden, Erklärung und dazu gehöriger 
Tabelle. 
Kornmann, Fr. Albr. kudw. (Königl. Preuß. Schöp, 
penstuhl«, und SkadtgerichtS-Assessor, auch AHjuuctu« 
Fisci zu Halle, Handbuch de» Abschoßrcchtc« für 
Preuß. Gcfchäft«mckn»;r in alphabtt. Ordnung, gr. r. 
Papierkredit, der, von Großbrittannien. Nach seiner 
Natur und Wirkungen untersucht von Heinrich 
Thornton. Uebersetzt, und mir Anmerkungen verse, 
hen von Ludw. Hcinr. Jakob, Prorektor und ordentli 
chem Professor der Univerfirät zu Halle, 8. Cchrcjbp. 
Rüdsger, I. C. C., Professor in Hatte, Bildung der 
Geschäftsmänner auf hohen Schulen, besonders über 
Kaiitisches und wider Kankifches Vernunftrccht, wirlh- 
schafrliche Naturkunde und Gärtnerei, auch ein Eireit 
der Gelehrrenzünfre, 8. 
Dessen neuester Zuwachs der Sprachkunde, sechstes und 
letztes Stück, wider Klopstock und mit Büttners Ge/ 
schlechtsverzeichniß der Völker und Sprachen, 8. 
Dessen rostige Alterthümer und glänzende Neuheiten de» 
Hallifchen Salzwcrke», mit bemahlten Kupfern, 8. 
Schreibpap. 
Ankündigung. 
Aufder bevorstehende» Leipziger Jubilate,Messe wird 
in allen Buchhandlungen zu haben seyn: 
Der Triumph der Philosophie im tüten Jahr 
hunderte rc. in zwei Theilen. 
Dies wichtige Buch, das mir einem großen Aufwand» 
litterarischer und historischer Kenntnisse geschrieben ist, 
und große, nur zu oft verkannte Wahrheiten, linerwar- 
rece Aufschlüsse und merkwürdige Cntdeckunge» enthalt, 
wird für einen sedrn, der die-Geschichte unserer Zeit, die 
Quellen so mancher außerordentlichen Begebenheiten, die 
wir erlebt haben und den Gang, de» die Denkungsart, 
Philosophie und Literatur in unserm Jahrhunderte genom 
men haben, kennen lernen will, so wie jedem Freunde 
der wahren Aufklärung ein sehr willkommnes Geschenk 
seyn. Außer der i» diesem Werke enthaltenen großen 
Menge wenig bekannter Anekdoten und Nachrichten, wel 
che es zu einer sehr unterhaltenden Lckcüre machen, wird 
cü wohl nicht ohne Grund als dar Endurrheil über dir 
von Barrucl und Robinson gewagte» Beschuldigun 
gen der geheimen Gesellschaften und über Mvunier'S 
Vertheidigung derselben beirachret werden können, und 
solche« um so mehr, da hier genaueste Sachkunde von 
den allenthalben geführr-n Beweise» unterstützt wird. 
Wenn durch diese Schritt wahre Aufklärung und die 
Religio» unterstützt, wenn Wahrheit und Unschuld durch 
sie gerettet, Sittlichkeit, Ordnung und Ruhe befördert und 
erhalten wird, so werden die Absichten des Verfassers 
und derer, die sie dem Publikum übergeben, vollkommen 
erreicht seyn- 
Don dem Säugthierwerk des Herrn Präsidenten von 
Schreber 
sind in der letzten Michaclismesse folgende Fortsetzun 
gen erschienen: 
Don der ersten Ausgabe derselben, das fe> und 61 sie 
Heft, illum. auf Holl. Papier, und mir schwarz. Kaps-
	            		
2Z Von der zweiten Ausgabe derselben die roste Lieferung illum. Holland. Papier, und illum. auf deutschem Papier. Don der dritten oder monat lichen Ausgabe der» selben, das 6-ffte bis 75st« Heft, illum. auf Holland. Pa, pier. Erlangen im Marz i8oj. Walthersche Kunst, und Buchhandlung. Leiden der Familie Bourbon, 3 Theile, ord. 8< Zu einer Zeit, 100 man über die Auftritte in Frank, reich wahrend der Revolution kaltblütiger zu urtheilen anfangt, und wo die Schuppen der Leidenschaften von den Augen wegfallen, werden gewiß auch die Vorurchei, le, welche ein großer Theil des Publikums Anfang» ge« gen den gutmüthigen Ludwig XVI. und seine Familie hegte, aufhören, und sein unglückliches Schicksal wird, da man genauer zu prüfen Gelegenheit har, eine desto innigere Theilnahme finden. Diejenigen, welche das Un, glück dieser bedaurenrwürdigen Familie, in seinem gan, zen Umfange, kennen lernen wollen, finden ihre Rechnung in diesem Buche, von welchen» bereit» öffentliche Blätter mit Beifall gesprochen haben. Der Verfasser folgt in den Hauptsachen der Geschichte; nur die Nebenzüge, die Form, die Behänd limg des Gegenstandes gehören ihm zu, und e« ist ihm gelungen, dadurch daß «r die Phantasie des Lesers in Bewegung zu fegen weiß, den Weg zu seinem Herzen zu finden. Der erste Band enthält Bnenne's Mb, nisterium und seine Entlassung nebst dem Tode des Groß kanzlers; ferner Neckers Administration, die Versammlung der Reichsstände, die Unruhen in Paris und die fürchter, lichen Oktoberftenen zu Versailles. Ueberhaupr findet man hier «ine Charakteristik der vornehmsten Helden, welche in dem Trauerspiele auftreten. Der zweite Band giebt von dem Aufenthalte der Königlichen Familie zu Paris, und von den mannichfaltigcn Kränkungen, welche sie da, selbst erfahren mußte, ausführliche Nachricht. Zugleich ist darin die unglückliche Flucht mit allen ihren Nebenuin, standen auf eine Art erzählt, die, ungeachtet sie von der Wahrheit nicht abweicht und Fiktionen ausschließt, ihren Zweck, das Herz zu rühren, nicht verfehlen wird. Der drille Band endlich enthalt Dumouriczg kurzes, wiewohl an Begebenheiten reiches Ministerium, die KriegSerkla- ruiig gegen den Deutsche» Kaiser, den fürchterlichen roten August, an welchem sich die Sonne de» Königthums nerg- te, und die Suspension Ludwigs. Nun begicbl sich der Leser nlit dem Verfasser in den Tcmpellhurm, um hier Elend ohne Maaß zu schauen. Er sicht hier die Unglück, lich- Familie sich selbst überlasten, verkannt, geschmäht, beschimpft. Auf der andern Seite sieht er eine Horde Canibalen gierig, aus den Augenblick lauern, wo Ludwigs Haupt fallen wird. Mit Thränen folgt er durch die Schlangcnwcge des schrecklichsten Prozesses, weilt dann wehmüthig bei den letzten Augenblicken Ludwigs, ficht mit Schaudern ihn, seine Gattin, seine Schwester auf dem Blutgerüste sterben, wird aber doch wieder eini germaßen mit dem Schicksal ausgesöhnt, indem er bald denen einen verdienten Lohn geben sieht, welche alles dies Schreckliche veranstaltet haben. Anzeige folgender drei interessanter Schriften. Faust« Lebe», Thaten und Höllenfahrt, neue verbesserte und vermehrte Auflage, mit 6 saubern Kupfern und Faufls Bildniß ä 1 Thlr. 16 Gr. Geschichte Raphael de Aquilla», in s Büchern. Ein Sei tenstück zu Fausts Leben, Thaten und Höllenfahrt, neue verbesserte und vermehrte Auflage, mir 6 saubern Kup fern und Raphael« Bildniß, z. » 1 Thlr. 16 Gr. — Giafars des Varmeciden. Ein Scitenstück zu Fausts Leben, Thaten und Höllenfahrt, neue verbesserte und vermehrte Auflage, mit 6 saubern Kupfern und Gia fars Bildniß, » 2 Rthlr. 8 Gr. Diese drei Meisterstücke Klingers, welche in Pe, tersburg erschienen, und in der Jacobäerschen Buch handlung in Leipzig zu haben find, machen ein vortreff liche« Ganze aus. Gegenwärtige neue Auflage von die sen sämtlichen drei Schriften hat wesentliche Vorzüge vor der erster», auch der saubere Druck und die wohlgerathe- neii Kupfer der interessantesten Scenen sind dem großen Werthe dieser drei Bücher augemeffeii. Das Publikum, das den Hrn. General Klinger schon au» seinen frühern Schriften, als einen Mann von glü hender Einbildungskraft, von erhabenem Schwünge, von kühnen und großen Bildern, kennen gelernt hat, findet in diesen drei Schriften, von denen der Verfasser selbst die beiden letztem als Seirenstücke zum Faust aussteift, die reifere Kraft eine« Schriftsteller«, der sich selbst die große Ausgabe auflösen wollte, durch dreifach verwickelte Darstellungen, durch alle«, was Witz, Scharfsinn und Kraft des Geister vermag, doch endlich auf ein gemeilu schafilichc« Resultat hinzuführen. Faust, mit Wärme und Enthusiasmus für die Men schen, scheitert an seiner eignen Unbeständigkeit, sein Cha- rakter kommt nicht zur Reife, denn da« Herz läßt den Verstand sinken, unter dem Scepter einer blinden Nothwen digkeit erliegt er endlich der Verzweiflung. — Raphael, kühn und fest, früh gestählt durch Elend und Leiden, stößt überall mit seinem männlichen Sinne, mit angebonier Kraft an den Verhältnissen seine» Zcital- ters an. Er denkt zu edel und zu groß, um in ihre Fes seln einzugehen, sein Geist ragt mit Macht über ein Zeit, alter empor, wo die Hierarchie ihre letzte Kraft ansbok, den anbrechenden Morgen der Aufklärung zurück zu drän gen. Raphael, der schon die männliche Rcife der Mensch heit athmet, und Plane zu ihrer Herbeiführung ineBusem
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