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Johannes Trojan

Full text: Erinnerungen an Heinrich Seidel / Seidel, Heinrich Wolfgang (Public Domain)

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Trojan an Seidel 
Erfahr, daß Du im Irrtum bist: 
Wie sollt' ich nicht dran denken, 
Daß drüben großer Mangel ist 
An wirklichen Getränken! 
Zur rechten Zeit noch fiel's mir ein, 
So hab' denn klugerweise 
Ich hundert Flaschen Moselwein 
Verpackt mir für die Reise. 
Die sind schon von hier abgesandt 
Und mir vorausgegangen, 
Um in dem gottvergeßnen Land 
Mich köstlich zu empfangen. 
So wird mir dort — das hoff' ich sehr — 
Ein guter Trunk nicht fehlen, 
Wenn nicht Piraten auf dem Meer 
Den deutschen Trost mir stehlen. 
Das kann Dein Wunsch doch nimmer sein! 
Nein, meinen Freund, den alten, 
Kann ich doch nicht für so gemein, 
Nicht für so gottlos halten. 
Freu Dich, daß ich gesichert bin, 
Versehn mit guten Weinen! 
Und sieh, die Schnepfe reichte hin 
Doch nur zur Not für einen! 
20. April 1900. 
J. Trojan. 
Seidel an Trojan 
(Mai 1900) 
Trauer befiel mich und Gram, Johannes, mein trefflicher Trojan, 
Als ich die Kunde vernahm, Du wolltest enet kecklichem Wagmut 
Om Frühling und Sommer 1900 war Trojan in Kanada. 
Seine Reiseerlebnisse hat er geschildert in dem Buche „Auf der 
anderen Seite“ (Verlag Grote, Berlin).
	        
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