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Volume Nr. 48, 2. Dezember 1900

Full text: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1900, IX. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

760 Berliner JIlustrirte Zeitung. 
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Vr. 48 
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/ Eine Volkszãhlung auf dem Sylvesterball. α 
Wer zählt die im Saale Anwesenden? 
Im Monat der Volkszählungen konnten auch wir es nicht 
unterlassen, eine zu veranstalten, doch haben wir es uns aller⸗ 
dings leichter gemacht als die staatliche Zählkommission. Wir 
haben von der breiten Masse Abstand genommen und uns lediglich 
zur Aufgabe gestellt, mitten im Gewühl eines Balles der Sylvester— 
nacht 1900, 1901 eine Zählung der in fidelster Tanzfreude anwesenden 
Ballbesucher vorzunehmen. Man glaube aber ja nicht, daß das eine 
olche Kleinigkeit ist, und wer schon einmal nach Mitternacht, mit 
Sektperlen im Kopf, eine Entdeckungsreise durch alle Winkel eines 
parfumduftenden Ballsaales unternommen hat, wird allerlei 
Amüsantes gefunden haben, das sich oberflächlichen Blicken bis 
dahin verbarg. Das Merkwürdige liegt nämlich darin, daß eine 
zanze Reihe von Vorgängen ins Auge fallen, die darauf schließen 
lassen, daß im Ballsaal mehr Personen ihr Wesen treiben, als dem Be— 
schauer sichtbar sind. Der Künstler hat offenbar den Gesamteindruck 
nicht stören wollen und deswegen nur wenige Personen vollständig 
dargestellt und alle andexen ganz oder teilweise verdeckt. Es ist ein 
Kostümfest mit Frackfreiheit. Schon ziemlich vorgerückte Zeit. Ein Gast 
im Vordergrunde, Platte, Monocle, Gardenie im Knopfloch, ist schon 
recht vergnügungsmüde. Eine kleine Blondine, mit einer Harlektinmütze 
auf dem Kopf, ruft ihn an, aber er blickt gelangweilt zu Boden, 
oder sucht er nur mit den Augen die kleinen Füßchen der Dame? 
Die audere Dame, die auf einem Rundsopha sitzend, uns den tief—⸗ 
»ekollettierten Rücken kehrt, kichert hinter ihrem vorgehaltenen Fächer, 
Sektpropfen knallen, Mützen fliegen in die Luft, es ist offenbar sehr 
animierte Stimmung. 
Nun sind wir uns über die Besucherzahl nicht klar. Diese 
zenau anzugeben, stellen wir unseren werten Lesern zur Aufgabe. 
Aber nur diejenige Anzahl bitten wir festzustellen, die sich mit 
wingender UNotwendigkeit als Mindestzahl aus allerlei 
Anzeichen ergiebt. Wir betonen ausdrücklich, daß es sich um 
kein sogenanntes „Vexierbild“ handelt, man also die Personen nicht 
iach ihren künstlich versteckten Umrissen zu suchen hat, sondern 
ediglich mit Bezug auf ihre Anteilnahme an oben im Bilde dar— 
estellten Vorgäugen. Man lasse also weniger die Phantasie, als 
zie Logik arbeiten, und des Rätsels Lösung wird sich bald finden. 
Die Suche ist nicht leicht, aber wer hätte noch nicht gern 
uuf einem Balle geforscht, gesucht und gefunden. 
.Auf die genaue Angabe der Zahl der im Tanzsaale An— 
vesenden, und die genaue und zutreffende Beschreibung der Oert— 
ichkeit, wo sie sich gerade befinden, oder nach bestimmten Anzeichen 
efinden müssen, setzen wir wie bisher einen ersten 
*4 
Geldpreis voy 50 Mb. 
F und 
I0 Preise voy je 5 Mb. 
— 8 
Gehen mehr als elf richtige Lösungen ein, so wird gezogen. 
Alle Einsendungen in dieser Sache sind 
An die Aedaktion der 
FJerliner Mlustrirten sSeitung 
reisaufsgabe No. Ix 
HJerlin NV. 
Ckaurlottenstrassse9 
⸗ 
J 
u adressieren, sie müssen die genaue Adresse des Einsenders er— 
ennen lassen und spätestens am 31. Dezember in unseren Händen 
ein. Die Veröffentlichung des Resultates erfolgt in einer der 
rsten Januarnummern 1001. 
Die Redaktion.
	        
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