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Full text: Es lebe die Kunst / Viebig, Clara (Public Domain)

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Der Abschied war überstanden. Wie bei der 
Ankunft, so waren auch heute morgen die Leute auf 
die Dorfstraße geeilt; weinend hatte die Lindnern 
den prächtigen Asternstrauß in den Wagen gereicht 
und ein Körbchen rotwangiger Aepfel für ihren 
Liebling. Immer wieder küßte sie ihn. 
„Wir kommen wieder,“ hatte Elisabeth gesagt 
und der Weinenden die Hand gedrückt. „Wir kommen 
wieder im nächsten Jahr, gewiß! Wir kommen 
immer, wenn wir müde sind. Das Kind soll dich 
nicht vergessen, wie ich dich nicht vergessen werde, 
euch alle nicht — das alles nicht!“ 
„Auf's Wiedersehen!“ hatten die Leute treu— 
herzig gerufen. „Auf Wiedersehen!“ sagte dank— 
bar Elisabeth. Sie war weich und doch froh be— 
wegt, sie fühlte ihr Herz stark und doch gleichmäßig 
pochen; ihre Wangen waren rot und gebräunt, ihre 
Gestalt von kräftiger Frauenfülle. Das war wieder 
der sonore Klang des Organs; das Lachen war 
nicht mehr so sorglos übermütig, es war zum Lächeln 
geworden. 
Auf der Bahnstation angekommen, war sie un— 
angemeldet in des alten Mannhardt Doktorstube ge— 
treten und hatte ihren Mann an der Hand nach— 
gezogen. 
„Alle Wetter, Elisabeth!!“ Der weißhaarige
	        
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