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Volltext: Es lebe die Kunst / Viebig, Clara (Public Domain)

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zu vernehmen — unten im Parquet, gerade 
dicht neben ihrer Orchesterloge, saßen zwei junge 
Leute, sie stießen sich an und machten impertinente 
Gesichter. 
War ein Unglück geschehen? Es mußte doch 
etwas passiert sein! 
Da, endlich! Der Bräutigam erschien! Wie ein 
Aufatmen ging es durch's Publikum; da konnte 
auch dem Unbeteiligten der Angstschweiß aus— 
brechen. 
Der schöne Egbert war doch einigermaßen be— 
troffen; das war ihm noch nie passiert, daß er die 
Klingel des Inspizienten überhört hatte — er hatte 
sich eben so sehr mit dem Direktor gezankt. Als 
gewandter Künstler zog er sich aus der Affaire. 
Einige virtuose Stückchen halfen ihm über die Ver— 
legenheit weg. Die Maschka war wütend, die 
brillanteste Scene hatte er ihr gestört. Bei der Um— 
armung kniff sie ihn heimlich; die unterdrückte Wut 
gab ihrem Spiel natürliche Leidenschaft. „Aus— 
gezeichnet!“ flüsterte man im Publikum. Sie hatte 
bei ihrem Abgang auf offener Scene einen Applaus. 
Und jetzt — der erste Akt war zu Ende 
— Ebel lauschte — — jetzt mußten Beifalls— 
stürme losbrechen! Nun —? Keine Hand rührte 
sich. Stille. Eiseskälte.
	        
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