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Full text: Es lebe die Kunst / Viebig, Clara (Public Domain)

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stalten, die sich äugelnd hin und her biegen und 
mit wohlgepflegten Händen an der Frisur zupfen. 
Ganz junge Herren, ein wenig nachlässig ge— 
kleidet, sozusagen künstlerisch, spazieren umher mit 
blasierten Mienen, blassen Gesichtern und provo— 
zierenden Blicken. Aeltere, wohlbeleibte, stehen in 
Trüppchen beisammen, mit kritischer Miene den 
Fall besprechend. Alte schleichen herum, reiben sich 
die Hände und mustern die Damen. 
Ein buntes Durcheinander. Und Wagen auf Wagen 
fährt vor, immer neue Erscheinungen tauchen auf. 
Man fängt nicht pünktlich an, aus Rück— 
sicht auf das Publikum. Im Foyer ist das Ge— 
woge undurchdringlich; — ein Gesurr, ein Gesumm. 
Im Parquet klappen unaufhörlich die Sitze, ganze 
Reihen erheben sich, um einen Spätkommenden 
durchpassieren zu lassen. In den Logen sind noch 
viele leere Fauteuils, da kommt man zu allerletzt; 
da nimmt man erst Platz im Moment, wo der 
Vorhang aufgeht, man sitzt dann wie hingeweht, 
und das Publikum hat den überraschenden Anblick. 
Neueste Erfindungen der Mode, — weiß, schwarz, 
alle Farben des Regenbogens, — große Hüte, kleine 
Hüte, Spitzen, Pelz, Federn, Blumen, echte Steine. 
Man richtet das Opernglas, sieht hinauf und 
hinunter, neigt das Haupt, die Damen be—
	        
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