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Fünftes Buch. Wintermärchen Viertes Kapitel. Der Geist in der Kirche

Full text: Cabanis. / Alexis, Willibald (Public Domain)

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Alexis, Cabanis. 
ängstlich machen wolle. Die Herren möchten sich beruhigen; wenn 
auch die gemeinten Geister existierten, so gehören doch so feine 
Nerven und so verwöhnte Sinne wie die des witzigen Fräuleins 
dazu, um sie wahrzunehmen. Für gewöhnliche Menschenkinder 
habe der Geist nichts auf sich, ja es sei eigentlich jeder Mensch 
von Natur dazu verurteilt, sich mit demselben zu befassen, und 
am Ende werde man so daran gewöhnt, wie wenn man abends 
seinen Rock aus- und am Morgen ihn wieder anziehen muß,. 
Fünftes Kapitel. 
Der Hékkenhund. 
sind bei dunkler Nacht in zwei Kirchen gewesen, und 
es ist noch kein Geist aus der Gruft aufgestanden,“ rief 
der General, „keiner, der mit einem Knall endete, der die Nerven 
erschütterte; sie gehen alle so leise aus wie Nebel im Winde. 
Das ist für ordentliche Gespenster nicht erlaubt. Obrist Klipp⸗ 
fisch, Kapitän Sternbald, Sie, Herr von Wurmbser, Sydow, 
Buddenbrock, Fähnrich, hat denn niemand etwas? Dort, Haupt— 
mann Kallenhöfer, blickt so vor sich nieder. Heraus damit. 
Ich weiß, Sie haben als junger Mensch Erfahrungen gemacht. 
Sie hausten unter Trencks Kroaten in Bayern, wo man weder 
die Nonnenklöster noch die Kirchen schonte. Wir sind hier unter 
uns, Sie können schon was zum besten geben. Die Sünden 
von damals sind ausgelöscht, seit Sie in zehn preußischen 
Schlachten geblutet haben.“ 
„Wir Katholiken meinten nicht, Euer Exzellenz, daß das 
Absolution gibt,“ bemerkte der Angeredete. 
„Sie waren ja nicht alle Katholiken. Trencks rekrutierte in 
Siebenbürgen.“ 
„Wohl wahr; ohne diese wär's auch nicht gegangen,“ ent— 
gegnete ener. 
„Es war gottloses Volk, das den Himmel nicht fürchtete und 
den Teufel noch weniger,“ sagte Obrist Klippfisch. 
„So wollte sie Trenck; und jeder von ihnen fühlte doch so 
zart, daß, wo Geld in der Mauer stak oder im Keller vergraben 
jag, sie brauchten nur mit dem kleinen Finger 'ranzufühlen, und 
ich versichere Ihnen, meine Herren, sie hatten es weg.“ 
„Taten, würdig des dreißigjährigen Krieges!“ bemerkte der 
General. 
„Ich war ein junges Blut,“ hub der Erzähler an, „und
	        
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