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Drittes Buch O Schwalben meines Heimatslandes!

Volltext: Die Grandidiers / Rodenberg, Julius (Public Domain)

Französische Landschaften und, Szenen französischen 
Lebens und vohl auch fruͤher von, Ausländern mit groößer 
Vollendung gemalt worden, aber niemals, mit solcher Verve, 
nit solcher Glut, mit soicher — wie sag' ich nur? — echt 
franzöfischer Seele, wie wenn hier ihre wahre Heimat wäre, 
wie wenn hierher, in unser Laͤnd, in unsere Stadt — nach 
Paris ihn jene geheimme volie Macht geführt hätte, welche 
einst, in einer von den fernen Kolonien, die Seele des jungen 
Griechen nut Heimweh erfullt haben mag nach Hellas, welhes 
niemals gesehen, und nach Athen, welches er nur aus den 
Erzahlungen der Alten kannte. Mit jedem neuen Gegenstande 
wuchs, unter der sorgfältigen Leitung seines Meisters, die 
technische Sicherheit des sungen Künstlers; und bald war er 
sorigeschritsen genug, um mit Nutzen für seine Kunst eine 
Studienreise machen zu tonnen in den Süden, über das Meer 
und nach Algerien, wo unter einem blaueren Himmel und 
einer waͤrmeren Sonne das Leben noch einen fremdartigen 
Zug bewahrt hat, welcher auf eine Natur, wie die unseres 
Kunstlers ganz besonders wirken muß, indem er die Dinge 
der Wirklichkeit wie mit einem Schein des Märchens umgibt. 
Dort unter den Kabylen und Nomadenstämmen der Wüste, 
den Bewohnern unserer Militärstatidnen, die zugleich Sol⸗ 
daten und Ackerbauer, in unseren Ansiedlungen und Dorfern, 
deren Schluchten und Abhänge von Feigen- und Oliven⸗ 
pflanzungen bedeckt sind, wo der Orangenbaum zu seltener 
Pracht erwächft und der Weinstock grünt — in der Stadt, 
über dessen phantastischen Bauwerken der Halbmond neben 
dem Kreuze blinkt, in dem Gewirr der engen Gassen und auf 
den gedrängt voilen Basaren, wo die höchst modernen, 
abenteuernden Gestalten von halb Europa sich begegnen mit 
den ernsten, malerischen, an das Alte Testament erinnernden 
Erscheinungen der Oase: dort wanderte er monatelang umher, 
mmer veobachtend, zeichnend, stigzierend — und don dort 
ist auch das Gemalde, welches ihm du Paris den großen Preis 
gewonnen und, gegenwaͤrtig in Berlin ausgestellt, den 
— duard ranudidier plötzlich berihmt gemacht 
„Eduard Grandidier!“ rief Bärbel, hocherrötend und den 
Atem anhaltend, indem sie mit beiden Händen den Palmen— 
baum zurückbog und unter demselben einen Schritt hervor⸗ 
trat. Zelene dab ihr eiden Wint, und Gebrge uhr sort: 
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