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Von Bürgern und Kindern

Full text: Sittengeschichte Berlins / Ostwald, Hans (Public Domain)

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Berliners anerkannt werden sollte, der die kraͤnkende Außerung mit einer 
Zurechtweisung ihrer noblen Anspruͤche erwidert. 
Solche Charakteraͤußerungen des Berlinertums wurden in einer 
ganzen Reihe Blaͤtter, „Berliner Volksleben“ und „Berliner Redensarten“, 
geschildert. Mit besonders großer Liebe wurde die Geistesgegenwart und das 
Sichnichtverbluͤffenlassen der Berlinerin behandelt. Bruno Doͤrbeck illustrierte 
eine ganze Anzahl solcher spitzfindigen und spitzigen Redensarten: der gar 
zu neugierige Student, der gern mit dem huͤbschen Dienstmaͤdchen oder der 
niedlichen Kleinbuͤrgertochter bekannt werden moͤchte, wird abgefertigt, als 
er fragtf: „Was 
gibt es da, 
mein schoͤnes 
Kind?“ — „Ge— 
spickte Maikaͤber, 
Musjeh!“ S.203. 
Und der gar zu auf— 
dringlich Arm, Schirm 
und Geleit Antra— 
gende — eine Szene, 
die sich in vielfachen 
Variationen findet — 
wird refuͤsiert mit den 
deutlichen und offen— 
herzigen Worten: 
„Ekel, wenn er 
nu nich jeht, 
werd' ick ihm 
zleich zeigen, 
wat 'ne Harke 
is!“ S. 274. Die 
lieblichen jungen 
Maͤdchen hatten ihren 
Mund auf dem rech— 
ten Fleck und wußten 
hn auch gut zu ge— 
brauchen. Zur Not 
machten sie auch aus 
den Fingern eine 
Harke und fuhren 
dem gar zu Aufdring— 
—W 
Satire auf die abenteuernden Kommis.
	        
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