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Kleinbürgertum und Proletariat

Full text: Sittengeschichte Berlins / Ostwald, Hans (Public Domain)

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Typus der Kleinbürgerin im 17. Jahrhundert. 
Die Frau des kleinen Beamten und der Kleinbuͤrgerkreise, die Hand— 
werksmeister-, Vorarbeiter- und kleine Haͤndlersgattin ist selten engherzig 
egoistisch. Sie sieht viel zu viel Auf und Nieder um sich herum, als daß sie 
oerhaͤrten koͤnnte. Sie bringt allen Ungluͤcklichen jenes muͤtterliche Gefuͤhl 
entgegen, das auch die einfachste Frau mit einem verklaͤrenden Schein um— 
gibt. Die klein-buͤrgerliche Berlinerin hat stets ungezaͤhlte Wohltaten geuͤbt, 
ihrer Nachbarin in schweren Stunden beigestanden, Hungernden den knurrenden 
Magen gestillt, alten Bettlern irgendein Kleidungsstuͤck aus dem Schrank 
des Mannes hervorgesucht, armen Kindern der Verwandtschaft einen Weih— 
nachtstisch bereitet und so im Stillen in ihrer bescheidenen Art nicht weniger 
Wohltaten verrichtet, wie manche oͤffentlich gelobte Vereinsdame und Wohl— 
taͤtigkeitshyaͤne. Und dabei sicht es meist in ihrer Haͤuslichkeit sauber aus 
und haͤlt sie die Waͤsche und die ganze Wirtschaft allein in Ordnung. Ihr 
haftet allerdings oft was Spießbuͤrgerliches an; sie ist gar nicht interessant und 
pikant — denn sie hat reichlich genug mit ihrer Wirtschaft, ihren Kindern und 
ihrem Mann zu tun. Die Frau des kleinen Handwerkers und des Arbeiters 
ist immer dem schwersten Lose des Weibes verfallen gewesen. Sie mußte, 
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