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Die Dienstboten

Full text: Sittengeschichte Berlins / Ostwald, Hans (Public Domain)

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Un weil ick'n rummer drehe, denke ick, der Schlag regiert mir, seht der Junge aus wie'n 
Komedienzettel und hat die ganze Hose voll Pataäafia-Flecke. 
Berliner Witz aus der Biedermeierzeit. 
kleinen Kindern, gehen im Gespraͤch auf und ab, ohne sonderlich auf die 
Kinder zu achten): 
Frau Schnudrich: Ick sage Ihnen, Frau Muͤllern, man hat seinen 
schweren Arger mit diese Dienstmaächens! Ick stand mir soweit jut mit de 
Vorige, muß der Deibel machen, daß se ziehen mußte. Die Vorige hat Nischt 
jesehen, wenn ick mir en bisken wat machte an Milch, Kaffee, Zucker und so 
dergleichen, wat ick vor die Kinders brauchte; nu Se wissen, liebe Muͤllern, 
davor druͤckt unsereens ooch mal de Oogen zu, wenn jegen Morjen Eener 
aus't Haus rausjclassen wird. — Diese neue paßt mir nu hoͤllisch auf die 
Finger, un wie se erst raus hat, wie viel wohl so heimlich rauszuschlagen is, 
da hat se mir nich etwa verrathen — nee, se hat's besser ausjespekuliert! Wird 
se nu anfangen vorne bei de Herrschaft zu scharwentzeln und zu duckmaͤusern, 
von ihre Liebe zu de Joͤhren, un wie se sehr jerne die ooch noch warten 
moͤchte, un wie doch dabei die olle Kinderfrau jespart werden koͤnnte, un kurz 
und jut, wuppdich, bin ick rausjedraͤngelt, un das Maͤchen wird sich nu un— 
jestoͤrt eenen schoͤnen Iroschen Jeld machen. 
Frau Muͤller: Ja, liebe Schnudrichen, — es is kein Jemeinsinn mehr 
unter die Dienstleute! — Mir hat's besser jejluͤckt. Das war nemlich so: 
Ick diente zusammen mit 'ne huͤbsche Person, Allens was wahr is, — die 
sich jar keene Schwenzelpfennige machte, — warum? — Se hatte es nich 
nöͤtig, denn se hatte eenen alten dicken Rentier, von den zog se so viel se man
	        
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