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XIII.

Full text: Lassalle / Schirokauer, Alfred (Public Domain)

301 — 
noch nicht; aber es läßt sich eine gute Diktatur 
daraus machen.“ 
Er wurde auf fünf Jahre zum Präsidenten des 
Vereins gewählt. — 
Der Traum seiner Jugend war Wirklichkeit ge- 
worden. Er war ein gekrönter Gebieter, ein 
regierender König, und sein Volk würde bald zählen 
nach Tausenden, nach den Hunderttausenden der 
enterbten ringenden Söhne der deutschen Lande. 
XIV. 
Ach, er wußte bald, daß er sich eine Dornen- 
krone aufs Haupt gesetzt hatte! 
Eines Abends im Juni ging er heftig im Zimmer 
auf und nieder, Hedwig Klingbeils braune Augen 
folgten seinem stürmischen Gange. 
„Was hast du?“ wagte sie endlich. 
„Nichts,“ wich er unwirsch aus und schritt 
weiter, auf und nieder, auf und nieder. 
Da ‚vertrat sie ihm den Weg. „Du,“ sagte sie 
scherzhaft ernst, „ich bin damals zu dir gekommen, 
um mich einmal in meinem Leben als ‚Frau‘ eines 
‚feinen Mannes‘ zu fühlen und auf Zeit sein ganzes 
Leben mit ihm zu teilen. Nun ist mein feiner Mann 
gar ein König geworden. Als Königin darf ich seine 
Staatssorgen doch mit ihm teilen ?“ 
Er lächelte bezwungen. „Du darfst, meine kluge 
kleine Volkskönigin.“ 
„So sag’ mir, was dich quält!“ drängte sie. 
„Nichts,“ wich er wieder zur Seite. 
Da sagte sie keck: „Dann werde ich es dir 
sagen: Dein Verein geht nicht vorwärts, das drückt 
dich.‘
	        
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