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XI.

Full text: Lassalle / Schirokauer, Alfred (Public Domain)

DB 
bereit, auf dieses sofort einzugehen und das meinige 
fahren zu lassen.“ 
Bucher zog die Schultern hoch. „Von diesen 
Einzelheiten abgesehen,‘ sann er, „erscheint mir Ihr 
Ausgangspunkt überhaupt falsch. Die neuen Besitz- 
verhältnisse, die Sie einführen wollen, können nur 
durch den dauernden Krieg, einen Terrorismus einer 
sehr kleinen Minorität behauptet werden. Denn in 
der ersten Zeit wird — darüber machen Sie sich nur 
keine Illusionen — die Zahl Ihrer Anhänger sehr 
gering sein.‘ 
„Revolutionen werden immer nur von Minori- 
täten gemacht,‘ warf Lassalle entgegen. 
„Richtig. Aber sie werden nur behauptet, wenn 
die Minorität der Majorität einen Genuß, wenigstens 
einen Glauben zu bieten hat.‘ 
„Aber —‘“ wollte Lassalle bedeuten. 
Doch Bucher sprach fort: „Es fehlt dem populo 
der Dio, um Mazzinis Wahlspruch zu gebrauchen, 
und Ihnen fehlt das, wofür Sie mit Ehren untergehen 
können.‘ 
„Sie irren,“ erhob sich Lassalle. „Ich gebe doch 
ein neues Weltprinzip, eine neue Ethik. Das meinen 
Sie doch mit dem ‚Dio‘.‘“ Und er suchte mit vielen 
Worten das Begeisternde seines Programms dar- 
zulegen. 
Doch Lothar Bucher schüttelte immer wieder 
den bärtigen Kopf. Er kehrte immer von neuem 
zu dem Einwande zurück, die Zeit sei für Re- 
volutionen, die Arbeiter für das Verständnis ihrer 
Befreiung nicht reif. „Sie machen den Fehler so 
vieler Hegelianer, Lassalle, daß Sie glauben, es liege 
eine Gleichheit vor zwischen der Entwicklung der 
Begriffe im reinem Denken, zum Beispiel der Al- 
Schirokanuer. Lassalle. 17
	        
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