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7. Abschnitt. Geld-, Bank- und Börsenwesen

Full text: Reden und Aufsätze von Johannes Kaempf / Kaempf, Johannes (Public Domain)

ordneten Raab und Dr. Arendt am vorigen Sonnabend ge- 
macht haben. Ich halte den gegenwärtigen Zeitpunkt für 
durchaus ungeeignet zu einer eingehenden Währungsdebatte. 
Es geht eine Nervosität durch ganz Europa und Amerika 
bezüglich der Geldverhältnisse. In diesem Augenblick, wie 
es. die Herren Raab und Dr. Arendt getan haben, Beun- 
ruhigung in die Welt zu werfen, halte ich für einen Fehler. 
Ich selbst hätte kein Wort über diese Frage gesprochen, wenn 
ich nicht durch die Notwendigkeit veranlaßt worden wäre, 
auf die Ausführungen der Herren Raab und Dr. Arendt zu 
antworten. 
Meine Herren, ich schließe meine Ausführungen, indem 
ich Sie nochmals bitte: gehen Sie an diesen Gesetzentwurf 
mit dem vollen Ernst der Ueberzeugung heran, die meine 
politischen Freunde und ich haben, daß es, abgesehen von 
der Beseitigung des Defizits, in diesem Augenblick kein 
wichtigeres Moment gibt, als unsere Börsen wieder zu großen 
nationalen und internationalen Märkten zu machen. 
Aufsatz in der „Deutschen Wirtschafts-Zeitung‘ 
vom 1. Januar 1905. 
{Nr. 53.) 
Die dem Reichstage gegenwärtig vorliegenden Entwürfe 
betreffend die Reform des Börsengesetzes und Börsensteuer- 
gesetzes rechtfertigen eine kurze Betrachtung über die wirt 
schaftliche Bedeutung der Börse. Der Wert des mobilen 
Kapitals ist von hervorragenden Nationalökonomen vor längerer 
Zeit auf 80 bis 90 Milliarden geschätzt worden. Diese ge- 
waltigen Summen befinden sich in den Händen mehrerer 
Millionen von Personen, diese Millionen von Personen haben 
ebenso wie verschiedene politische und wirtschaftliche An- 
schauungen auch. verschiedene politische und wirtschaftliche 
Bedürfnisse, und aus der Verwaltung eines so großen, in so 
vielen verschiedenen Händen befindlichen Vermögens ent» 
stehen tagtäglich unzählige Aufträge zum Ankauf und zum 
>.
	        
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