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7. Abschnitt. Geld-, Bank- und Börsenwesen

Full text: Reden und Aufsätze von Johannes Kaempf / Kaempf, Johannes (Public Domain)

Meine Herren, Herr Kollege Dr. Arendt hat soeben 
wiederholt, daß er nicht daran denke, unsere Goldwährung 
aus dem Wege zu schaffen — — wenn wir hübsch artig 
wären. So ungefähr ist seine Deduktion gewesen; er denkt 
Bar nicht daran, sie aus der Welt zu schaffen, Aber, meine 
Herren, was haben denn dann seine Anträge für einen 
Zweck? Er will die Silbermünzen, die doch nur Scheide: 
münzen bei uns sein sollen, so vermehren, daß sie mehr 
umlaufen, als für den Umlauf von Scheidemünzen notwendig 
ist, und er will die Zahlkraft dieser minderwertigen Scheide- 
münzen vergrößern und erweitern. Er will sie so erweitern 
— das geht zwar nicht aus seiner heutigen Rede hervor, aber 
aus den von mir studierten Reden, die er anderswo gehalten 
hat —, daß die Zahlkraft der silbernen Scheidemünzen bis 
auf 1000 Mark erhöht wird, damit die Reichsbank in der 
Lage ist, ihre Noten in Silber einzulösen. Meine Herren, 
wenn da nicht der bimetallistische Pferdefuß zum Vorschein 
kommt, dann weiß ich es nicht. 
Wenn der Herr Kollege Dr. Arendt meint, daß durch 
seine Anträge und Reden nicht die Agitation für den 
Bimetallismus geschürt wird, wenn er behauptet, „ich bin 
der reine Goldwährungsmann und habe durchaus keine 
bimetallistischen Gelüste“, so glaube ich ihm das; ich habe 
gar keine Veranlassung, an dem Ausdruck seiner Ueber- 
zeugung zu zweifeln. Aber er wird es mir nicht übelnehmen, 
wenn ich meinerseits daraus die Ueberzeugung schöpfe, daß 
er nicht ganz die Wirkung dessen, was er vorschlägt, übers 
schaut, Wenn er dies täte, würde er sich nicht herbeige 
lassen haben, Anträge zu stellen, wie sie gestellt worden 
sind. Er weiß gar nicht, was er damit für den internationalen 
Kredit des Deutschen Reichs anrichten kann. Vor allem hat 
mich aber eines erstaunt: das ist die Beurteilung der 
französischen Verhältnisse, wie sie gerade heute der Kollege 
Dr. Arendt hier vorgetragen hat. Er hat uns auf Frankreich 
hingewiesen als das Land, dem wir nachahmen müssen, und 
hat wörtlich gesagt: 
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